Über einen Kilometer pro Sekunde: Superschnelle Technik aus Mittweida

Innovation Laserinstitut Hochschule Mittweida arbeitet an internationalem Projekt mit

Mittweida. 

Mittweida. Das Laserinstitut Hochschule Mittweida (LHM) arbeitet unter anderem an der Entwicklung eines neuen Puls-Lasersystems mit. Mit ihm soll es gelingen, hochfesten Bor-Stahl für die Automobilindustrie bis zu eintausend Mal schneller zu schneiden und zu bearbeiten als mit aktuell verfügbarer Technologie. Mit der neuen Lasertechnologie soll außerdem ein Verkürzen der Fertigungszeit um zwei Drittel erreicht werden und darüber hinaus eine zehnprozentige Reduzierung der Abfallprodukte sowie ein fünfprozentiges Senken der Fahrgestellkosten.

Hier wird mehrfache Überschallgeschwindigkeit erreicht

Projektkoordinatorin Dr. Regina Gumenyuk von der Universität Tampere in Finnland, einem der Partner der Hochschule Mittweida: "Aktuell existiert schon Lasertechnologie, mit deren Hilfe Bor-Stahl geschnitten werden kann, aber sie ist für jede Großserienproduktionen viel zu langsam." Für das neue Puls-Lasersystem hat die Europäische Kommission den Partnern einen Entwicklungszuschuss von über fünf Millionen Euro gewährt.

Die Wissenschaftler in Mittweida sorgen innerhalb des Projekts dafür, dass der Laserstrahl mit unvorstellbaren Geschwindigkeiten von über einem Kilometer pro Sekunde, das heißt mehrfacher Überschallgeschwindigkeit, über das Werkstück geführt werden kann - und das mit höchster Präzision.

Die Forschungsarbeiten am LHM sind eines der Aushängeschilder der Hochschule Mittweida und der Forschung an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in ganz Deutschland. Das hiesige Laserinstitut ist immer wieder an internationalen Forschungsprojekten beteiligt, die den Laser als vielseitiges Werkzeug weiterentwickeln.

Bis 2021 soll ein Prototyp entwickelt sein

Beim aktuellen Projekt "PULSE" handelt es sich um ein Beispiel solcher Forschung, die auch für den Wirtschaftsstandort Sachsen mit seiner Automobilindustrie von wesentlicher Bedeutung ist. Es wird erwartet, dass ein Prototyp des innovativen Lasers bis 2021 fertig sein wird. Am "PULSE"-Projekt wirken Partner aus sechs Ländern mit: Finnland, Griechenland, Großbritannien, Italien, Lettland sowie Deutschland mit LUNOVU GmbH Aachen und der Hochschule Mittweida.

Koordiniert wird das internationale Gemeinschafts-Projekt von der Universität Tampere in Finnland. Dieses internationale Projekt ist Bestandteil von Photonics21. Das ist eine Europäische Technologieplattform (ETP) für Photonik, eine Technologie, die alle Produkte und Prozesse rund um die Emission, Manipulation und Detektion von Licht umfasst.