Überall kostenlos ins Netz - ein Traum?

Internet Kostenloses WLan für alle will der Verein Freifunk Mittelsachsen

Es klingt wie ein Wunschtraum, aber in anderen Ländern funktioniert's auch: kostenloses Internet für alle. Das auch in Mittelsachsen zu schaffen, hat sich eine Gruppe Freiwilliger, die im Februar 2016 den Verein Freifunk Mittelsachsen gegründet haben, fest vorgenommen. "Wir haben momentan neun aktive Mitglieder, und unser Vereinssitz befindet sich im Gewerbegebiet Waldheim - Richzenhain", sagte Vereinschef David Nölte. Dominic Ernst, der sich als stellvertretender Vorsitzender im Verein um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert, ergänzt: "Wir machen das alles in unserer Freizeit ohne dafür irgendwelches Geld zu erhalten". Auf alle Fälle gehört Enthusiasmus dazu, sich für ein solches Projekt zu engagieren. Doch letztlich profitieren alle, die kostenlos im drahtlosen Netz unterwegs sein wollen. Und wenn das immer mehr werden, ist das für das Engagement von Systeminformatiker David Nölte und Netzwerktechniker Dominic Ernst der schönste Lohn. Wie funktioniert das Ganze nun? Nutzer des Freifunk-Netzes stellen einen WLan-Router zur Verfügung. Diese Router verbinden sich automatisch mit anderen verfügbaren Routern, beispielsweise mit dem des Nachbarn oder übers Internet zu einem großen Netzwerk, das Mesh genannt wird. Über das Netz können Daten, wie Text, Musik und Filme übertragen werden. Ebenso kann gechattet und telefoniert oder auch gespielt werden. Jeder kann außerdem seine eigenen Dienste zur Verfügung stellen. Welche Kosten gibt es? Der Nutzer von Freifunk Mittelsachsen muss sich lediglich einen WLan-Router für etwa 20 Euro anschaffen, und die dafür fälligen Stromkosten sind zu bezahlen. Die kostenlose Software zum Konfigurieren des Routers kann auf der Freifunk-Seite heruntergeladen werden. Eine große Hürde für WLan-Netze für alle hat der Bundestag kürzlich mit dem Abschaffen der sogenannten Störerhaftung aus dem Weg geräumt. Der Bundestag beschloss ein Gesetz, das die Verbreitung freier WLan-Netze fördern soll. Wer seinen Hotspot öffnet, soll nun nicht mehr für andere haften.