Umstrittener Funkturm steht

Bau Freistaat Sachsen schafft innerhalb von zwei Tagen Tatsachen

Frankenberg. 

Große Aufregung am Donnerstagmorgen am Grenzweg in Frankenberg. "Mitten in der Nacht ist mit dem Bau des Funkturms begonnen worden", teilt eine Anwohnerin aufgeregt mit. Tatsächlich hat der Freistaat am Morgen begonnen, vollendete Tatsachen zu schaffen. Schon am Freitag stand der Mast für die Sendeanlagen des BOS-Funks, der von Behörden, wie der Polizei und der Feuerwehr, genutzt werden soll. Wie mehrfach berichtet, wehrt sich eine Bürgerinitiative gegen den Bau des Funkmastes etwa 400 Meter vom Grenzweg entfernt.

"Ich verstehe das nicht. Der damalige Polizeipräsident, Bernd Merbitz, hatte versprochen, dass es keine Nacht- und Nebelaktion geben wird. Ist dieses Versprechen nach dessen Ablösung nicht mehr gültig?", fragt denn auch eher rhetorisch der Sprecher der BI, Rico Bretschneider. Noch mehr beschäftigt aber die betroffenen Bürger das Verhalten des Bürgermeisters. "Herr Firmenich hatte von dem Weiterbau Kenntnis, aber er hat nicht nur uns nicht informiert, sondern das Thema auch vom Beratungsplan der Stadträte genommen." Für Rico Bretschneider ist ein solches Verhalten inakzeptabel. "Wir hätten gern gewusst, welche Stellung der Stadtrat zu der Problematik bezieht."

Bretschneider ist sicher, dass zur Stadtratssitzung am Dienstag dieser Woche zahlreiche Bürger kommen werden. Auch Vertreter drei weiterer Bürgerinitiativen hätten ihr Kommen zugesagt. In Frankenberg wird auch gegen den Bau von Windrädern, gegen den Abriss des Hochwasserschutzdammes zwischen Frankenberg und Sachsenburg sowie gegen die Lärmbelästigung im Gewerbegebiet protestiert.

"Auch wenn der Bürgermeister von der BOS-Projektgruppe des sächsischen Innenministeriums zum Schweigen verdonnert wurde - er wurde von den Frankenberger Bürgern gewählt."