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Umweltpreis für kurze Wege und nachhaltige Baustoffe

unwelt Die Zimmerei Meinhold aus Hennersdorf setzt auf ausschließlich einheimische Hölzer

Hennersdorf. 

Hennersdorf. Bereits im November des zurückliegenden Jahres hat die Handwerkskammer Chemnitz ihre Umweltpreise vergeben. "Besonders wichtig ist uns, gerade jetzt zu zeigen, dass sich Engagement für Umwelt, Nachhaltigkeit und Klimaschutz lohnt. Wirtschaftlicher Erfolg, ein gutes Image und innovative Geschäftsstrategien bringen das Handwerk voran und sorgen nebenbei auch für zufriedene Mitarbeiter", erklärte der Kammerpräsident Frank Wagner. Die prämierten Betriebe finden sich über den gesamten Kammerbereich verteilt. Einer davon ist die Zimmerei Uwe Meinhold aus dem Augustusburger Ortsteil Hennersdorf. Authenzität, Regionalität und konsequente Umweltorientierung stehen hier im Mittelpunkt. Seit der Gründung des Unternehmens 1993 verwendet der Betrieb ausschließlich Hölzer aus der Region. Den Grund dafür hat Inhaber Uwe Meinhold rasch erklärt. "Die Transportwege beschränken sich auf ein Minimum. Das hält die Kohlendioxidproduktion so niedrig wie möglich. Außerdem versorgen wir so einheimische Leute mit Arbeit", sagte er. Etwa 200 Kubikmeter Holz kommen hier Jahr für Jahr zum Einsatz. Ganz oben auf der Liste steht dabei die einheimische Fichte. Das Holz ist leicht, gut zu bearbeiten und eignet sich bestens zum Bauen. Der Fichte folgen Lärche und Kiefer. Seltener kommen Esche und Erle zum Einsatz.

Sogar Tannenholz ist mittlerweile schon zu haben. Hier trägt der sächsische Waldumbau bereits erste Früchte. Der Staatsbetrieb Sachsenforst und die privaten Waldbesitzer ersetzen nach und nach die aktuell noch vorherrschenden Fichtenbestände durch Mischwälder. In denen spielen Tannen eine große Rolle. Sie gedeihen angesichts des Klimawandels hierzulande besser als Fichten. Dabei beteiligt sich Uwe Meinhold am Waldumbau auch ganz persönlich. Er bewirtschaftet selbst ein Waldstück im Ortsteil Forchheim der Stadt Lengefeld-Pockau. Richtig profitieren davon werden erst spätere Generationen. "Ich denke in 80 bis 100 Jahren können sächsische Wälder sehr gut Tannenholz liefern", freut er sich. Uwe Meinhold verlässt sich im Wesentlichen auf drei Lieferanten. Gutes Bauholz bekommt er demnach aus Erfahrung aus den Sägewerken in Pockau, Rittersberg und Dorfchemnitz. Er ist sich sicher, dass er finanziell nicht drauflegen muss, nur weil er in der Region bestellt. Auch im Bereich Dämmung verwendet der Unternehmer Holz. Holzweichfaser heißt der innovative Dämmstoff. Winzige Fasern werden dabei durch den dem Holz eigenen Lignin zusammengehalten. Die Fasern können in die entsprechenden Formen eingeblasen werden. Das Unternehmen gilt als Spezialist für Fachwerk. Neben dem einheimischen Bauholz findet dabei thüringischer Lehm Verwendung. Auch das spart Transportwege und fördert die Arbeit in der Region. Als Referenzobjekte gilt hierbei unter anderem das Adelsberger Pfarrhaus. Außergewöhnliches ist für Uwe Meinhold und seine Mitarbeiter ganz normal. Dielenböden werden in allen Größen gebaut. In einem Rabensteiner Bauernhaus verlegten sie einen 13 Meter langen Flur mit nur vier nebeneinander liegenden Brettern, die sich jeweils über die komplette Länge erstreckten. Derzeit fertigt die Zimmerei Eingangstore für die Villa Esche in Chemnitz. Dabei müssen die Zimmerleute um den Handwerksmeister jede Menge Vorschriften im Bereich

Denkmalschutz beachten.

Die Zimmerei Meinhold versorgt inklusive den Chef und seine für das Büro zuständige Frau Cornelia sechs Leute mit Arbeit. 95 Prozent der Aufträge erhält die Firma aus dem privaten Sektor. Über den verliehenen Umweltpreis freute sich der 51-Jährige sehr. "Für mich ist das eine Form der Anerkennung unserer Arbeit und Ansporn zugleich", sagte er. Verliehen werden soll der Umweltpreis voraussichtlich im Rahmen einer kleinen Feierstunde am 5. Juni.



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