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Unbeugsam gegen die Verzweiflung: Anke Krause ist eins der Gesichter der Händlerproteste

Vorgestellt Anke Krause organisiert in Freiberg Händlerproteste

Freiberg. 

Freiberg. Kraftvoll steht sie da, liest vor, was sie zuvor schriftlich formuliert hat, weicht hin und wieder vom Manuskript ab, wenn sie dem bisher gesagten noch mehr Nachdruck verleihen möchte. Die Scheinwerfer fangen sie ein, verbreiten goldgelbes Licht. Keinen Moment lang gerät ihre Stimme ins Wanken. Schwäche ist jetzt nicht möglich. Doch wie es in diesen Momenten in Anke Krause wirklich aussieht, das vermögen nur die wenigsten zu erkennen.

Den Protesten Gesicht geben

Die Vorsitzende des Freiberger Gewerbevereins ist das Gesicht des Protestes gegen die Schließungen der Geschäfte in der Silberstadt. Sie organisiert seit Anfang Januar unermüdlich Aktionen im Rahmen der Kampagne "Wir machen aufmerksam!", lädt Bundes- oder Kommunalpolitiker ein und stellte in der vergangenen Woche gleich zwei Demonstrationen, eine am Montag, eine zweite und größere am Freitag, auf die Beine.

Ihr Antrieb ist der Erhalt einer lebendigen Innenstadt, eines Handels, der diesen Namen auch verdient. Selbst ist sie Inhaberin eines wahren Traditionsgeschäftes, nämlich "Schreibwaren Steyer" am Obermarkt. Wie alle anderen musste auch sie ihren Laden Mitte Dezember aufgrund der Corona-Schutzverordnungen schließen. Massiv und sehenden Auges, so formuliert es Anke Krause, werden die Unternehmen derzeit ausgeblutet, denn versprochene Hilfen kommen kaum an und wenn doch reichen sie nicht. "Das Verständnis für die notwendigen Schutzmaßnahmen ist mittlerweile großer Wut und Unverständnis gewichen", so Krause. Dabei habe man bereits nach dem ersten Lockdown, gemeinsam mit den Kunden, bewiesen, wie ein verantwortungsbewusster Handel mit umfangreichen Hygienemaßnahmen funktionieren könne. Das werde nun ignoriert. "Man verlangt von uns Verständnis und Opferbereitschaft", so Krause. "Und das ohne eine angemessene Überbrückungshilfe, die uns und unsere Existenzgrundlage sichert."

Laut einer Umfrage von Shoppingbetreibern unter ihren Mietern würden bis zu 75 Prozent überlegen, ob sie ihre Geschäfte wieder öffnen. Damit das nicht geschieht, wird Anke Krause gemeinsam mit anderen weiter kämpfen.



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