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Verein stellt den "Zschopautaler" ein

Aktionsende Der vor sieben Jahren in Umlauf gebrachten Regionalwährung fehlt es an Akzeptanz

Seit sieben Jahren kann in der Region mit Zschopautalern gezahlt werden, die genauso viel wert sind wie die Euro-Banknoten. Allerdings gibt es das Währungsmodell nur noch einige Wochen. Der Mittweidaer Verein "Zschopautaler" hat entschieden, ihr 2007 ins Rollen gebrachtes Regiogeld einzustellen. Zwar befindet sich auf der Internetseite des Vereins noch eine Liste mit über 120 Gewerbetreibenden, in deren Läden mit dem komplementären Zahlungsmittel gezahlt werden kann. Doch Ende Februar ist damit Schluss. "Die Entscheidung, war im November gefallen", sagt Vereinsvorsitzender Christian Schwerin. Dass der Zschopautaler aus dem Geldkreislauf verschwindet, hat laut Schwerin mehrere Gründe: "Wir beobachteten, dass in den letzten Monaten nur noch sehr wenige Kunden mit dem Taler in den Geschäften zahlten und die Aktivitäten generell stark rückläufig waren." Dies führte dazu, dass die Ausgabestellen in Flöha und Augustusburg geschlossen werden mussten. "Zudem stand zuletzt die Verwaltung der Regionalwährung in keinem Verhältnis zum Nutzen", resümiert der 49-Jährige. Dabei hatte alles gut angefangen. "2006 gab es innerhalb des Altstadtfestes Mittweida einen Testlauf mit der neuen Währung", blickt der Erfinder vom Zschopautaler zurück. Bereits ein Jahr später ging er dann in Umlauf. "Unser Ziel war, den Leuten bewusst zu machen, was Geld ist, und dabei aufzuzeigen, wie Wirtschaftskreisläufe funktionieren", betont Schwerin. Die Komplementärwährung galt jedoch nicht nur als Zahlungsmittel. Sie erfüllte auch einen guten Zweck. Denn wechselte ein Gewerbetreibender die Taler wieder in Euros um, fielen fünf Prozent Umtauschgebühren an, die als Spende Projekten und Vereinen zugutekamen. "Dadurch konnten wir 44 Projekte mit reichlich 23.544 Euro unterstützen", sagt Schwerin. Bis Anfang November 2013 wurden reichlich 380.316 Zschopautaler ausgegeben. Derzeit sind noch fast 14.726 von ihnen im Umlauf. Das Scheine im Scheckkartenformat können bis Ende dieses Jahren bei der Sparkasse und Volksbank in Mittweida sowie der Buschbeck GmbH, Uferstraße 12, in Erdmannsdorf in Euro zurückgetauscht werden.