Vernetzungstreffen soll Integrationsarbeit stärken

Gespräche Gedankenaustausch in Brand-Erbisdorf

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Trotz ernstem Thema herrschte beim Vernetzungstreffen ein gutes Gesprächsklima zwischen Petra Köpping (l.) und Brand-Erbisdorfs Bürgermeister Martin Antonow (r.). Foto: Wieland Josch

Brand-Erbisdorf. Integration ist nicht von heut auf morgen zu schaffen. Das weiß vor allem Petra Köpping, Sachsens Staatsministerin für Integration und Gleichstellung. Um sie dennoch zu einem Erfolg zu machen, braucht es vieler Köpfe und Hände. Um sich von den Fortschritten vor Ort ein Bild zu machen, besuchte die Ministerin in dieser Woche ein Vernetzungstreffen verschiedener Beteiligter beim Bildungsträger FBAB - Fort- und Berufsausbildungsakademie in Brand-Erbisdorf.

Menschen auf ihrem Weg der Integration begleiten

Anwesend waren dabei die Verantwortlichen der Einrichtung, aber auch Arbeitgeber, Integrationskoordinatoren, Arbeitsmarktmentoren, Vertreter der Agentur für Arbeit und des Jobcenters. Verschiedene Fälle kamen dabei auf den Tisch. Etwa der eines Mannes aus Jemen, der 2015 nach Deutschland gelangte. "Er wollte unbedingt in Freiberg eine Gaststätte eröffnen", erzählte FBAB-Geschäftsführerin Kerstin Jenz. "Doch gab es dafür erst einmal, weil die Voraussetzungen fehlten, ein Nein."

Zunächst musste die deutsche Sprache erlernt werden und außerdem waren verschiedene Prüfungen nötig, um die Befähigung nachzuweisen. Auf dem nicht ganz einfachen Weg wurde der Mann stets begleitet. "Jetzt hat er zwar keine Gaststätte aufgemacht, dafür aber Arbeit bei einem Essensservice", so Jenz. Dort sei er auch recht gut integriert. Doch gibt es noch andere Fälle.

Bildung der wichtigste Faktor

Annette Schäfer von der Brander Landtechnik Vertriebsgesellschaft berichtete davon, dass zwar bei ihr mittlerweile zwei Ausländer arbeiteten, ein dritter aber nach wenigen Tagen einfach nicht mehr erschien. Die Sprache, vor allem Fachbegriffe, waren zu schwer für ihn. Auch waren deutsche Arbeitszeiten für ihn nicht umzusetzen. Petra Köpping kennt solche Fälle in großer Zahl.

Sie betonte, dass es wichtig sei, vor allem für eine Beschulung der über 18-jährigen zu sorgen, etwa durch eine Erhöhung des Schulpflichtalters. Zudem müsse stark darauf geachtet werden, dass Flüchtlinge, die derzeit in Ausbildung sind, diese nicht wieder abbrechen. Hätten sie nichts zu tun und keine Zukunft, sei der Weg zur Kriminalität oft nicht weit.



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