Verzaubernde Klänge und mitreisende Wanderlust: Kultusministerin Barbara Klepsch zu Besuch in Mittelsachsen

Kultusministerin Klepsch eröffnet Wegenetz und lässt sich mit Orgelklängen verzaubern

Oederan/Augustusburg

„Natur auf der einen Seite, Kultur auf der anderen Seite: Beides lässt sich wunderbar miteinander verbinden“, erklärte Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch am 15. Juli in der Stadtkirche St. Petri in Augustusburg.

Bereits am Vormittag hatte die Ministerin gemeinsam mit Oederans Bürgermeister Steffen Schneider den Teilabschnitt Oederan des neuen Kernwanderwegenetzes in der Erzgebirgsregion Flöha- und Zschopautal offiziell eingeweiht. Dieses landkreisübergreifende Projekt ist eine Kooperation von insgesamt 16 Kommunen, die gemeinsam ein qualitativ hochwertiges Wegenetz auf einer Länge von rund 350 Kilometern geschaffen haben.

Wander-Projekt zum Innehalten

Das Wander-Projekt bietet entlang der Strecke neben einer lückenlosen Beschilderung 80 einheitlich gestaltete Bänke, 11 Sitzgruppen, 11 Wetterschutzhütten, 42 Informationstafeln sowie 557 Wegweiser. Ein besonderes Highlight sind die fünf neuen Relax-Liegen, die zum Innehalten in der Natur einladen.

Ziel ist es, das touristische Profil der Region zu schärfen und durch erstklassige Infrastruktur die Aufenthaltsdauer der Gäste zu verlängern.

360-Grad-Klangwelt

Ein weiteres Highlight für Gäste und Musikliebhaber wird derzeit in der Stadtkirche Augustusburg installiert. Hier entsteht ein neues Kulturdenkmal: „360 Grad Klangwelt Augustusburg – 1 Idee, 6 Standorte, 68 Register, 3.500 Pfeifen“. So haben Sie Orgel noch nie gehört. Babara Klepsch hatte bereits im März 2024 einen Fördermittelbescheid in Höhe von 800.000 Euro an den Kantor und künstlerischen Leiter des Augustusburger Musiksommers Pascal Kaufmann übergeben und wollte sich nun über den Stand informieren. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 1,2 Millionen Euro.

Die Orgel mit besonderen Tönen

Die 1896 erbaute Jehmlich-Orgel wurde denkmalgerecht restauriert und erweitert, die Altarorgel und vier weitere Filialwerke wurden für die Installation neu erbaut, so dass sie zeitgleich von einem elektrischen Generalspieltisch aus bespielt werden können. Unterstützt wird dies durch optisch visuelle Effekte, die bei Besucherinnen und Besuchern ein beispielloses Raumklangerlebnis entstehen lassen. Neben den klassischen Orgeltönen lassen sich nun auch ganz feine zarte, fast perlende Töne oder tiefe Bässe spielen. Dazu wurden Vogelstimmen installiert, womit ein Stück Natur und Heimat in die Kirche geholt wird.

Einweihung mit Festwochenende

Pascal Kaufmann ließ es sich nicht nehmen und spielte zum Besuch der Ministerin einige Töne an. Auch wenn noch nicht alles fertig und die Kirche zum Teil noch Baustelle ist, lässt sich bereits erahnen, welch Klangwelt und Klanggewalt hier entstanden ist.

Die Besucher können sich auf ein beispielloses Raumklangerlebnis freuen. Die Weihe der Orgel wird am 26. Und 27. September mit einem Festwochenende gefeiert. Weitere Information zum Programm und den Tickets gibt es unter www.orgel360.de

Hintergrund zum Kernwanderwegenetz:

Das Kernwanderwegenetz erstreckt sich über eine Fläche von 750 Quadratkilometer und umfasst die Städte und Gemeinden Augustusburg, Börnichen, Deutschneudorf, Eppendorf, Flöha, Frankenberg, Gornau, Großolbersdorf, Grünhainichen, Heidersdorf, Leubsdorf, Marienberg, Niederwiesa, Oederan, Olbernhau und Pockau-Lengefeld. Es ist darauf ausgerichtet, attraktive Naturlandschaften mit kulturellen Sehenswürdigkeiten zu verbinden und gleichzeitig den Pflegeaufwand für die Kommunen durch eine Konzentration auf touristisch relevante Hauptwege langfristig leistbar zu gestalten.

Das Jahr 2026 steht in Sachsen ganz im Zeichen des Wanderns: Mit dem Deutschen Wandertag im September und dem europäischen Wander-Event Eurorando rückt das Erzgebirge als internationale Top-Destination für Aktivurlauber in den Fokus.

Hintergrund zur 360° Klangwelt

Neben den bereits etablierten Säulen des „Augustusburger Musiksommers“ und der „Jungen Philharmonie Augustusburg“ soll mit der „360° Klangwelt“ als dritte Säule nun die musikalische Landschaft in der Region mit einer Vielzahl kultureller Angebote bereichert werden.

Die Zuhörer werden den sphärischen Klängen der Filialwerke lauschen können, die tiefen Frequenzen der im Emporenboden liegenden Basspfeifen körperlich spüren können, und sogar in die neue Altarorgel schauen können. Zahlreiche Klangraffinessen werden das Hörerlebnis abrunden, wie auf den gesamten Kirchenraum verteilte Vogelstimmen oder die Originalmarimba der DDR Swinglegende Fips Fleischer oder aber auch ein extra in den USA individuell hergestelltes Röhrenglockenwerksregister. Der Clou dabei ist, dass am Ende alles von einem einzigen Generalspieltisch angesteuert wird. Das gibt es nur in Augustusburg, so hat man Orgel noch nie gehört.

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