Vom Handballfeld ans Oche – Wie ein Dorfverein den Dartsport in Mittelsachsen elektrisiert

Striegis Bullseye‘s, 35 Mitglieder, ein Kampfschrei und große Ziele: Die Steeldart-Abteilung des SV Grün-Weiß Niederstriegis wächst rasant – und bleibt dabei vor allem eins: ein eingeschworener Haufen

Roßwein, OT Niederstriegis

Es begann mit einem Ende. Als beim SV Grün-Weiß Niederstriegis das Kapitel Handball geschlossen wurde, wollten einige ehemalige Spieler das Vereinsleben nicht einfach ziehen lassen. Also traf man sich privat, warf ein paar Pfeile – und plötzlich war sie da: die Idee.

Im November 2023 wurde die Steeldart-Abteilung offiziell gegründet. Der Name: Striegis Bullseye‘s. Die Heimat: die Turnhalle Ebersbach bei Döbeln. Die Mission: Etwas Eigenes aufbauen. Etwas, das bleibt.

Was nach einer Schnapsidee klang, wurde zur Erfolgsgeschichte. Im Februar 2024 startete der Trainings- und Spielbetrieb – damals noch mit acht Mitgliedern. Heute zählt der „Bullenstall“ 35 Aktive. Zwischenzeitlich gab es sogar eine Warteliste.

Ein echtes Dorfding eben. Viele der Gründer kennen sich seit Kindergartenzeiten, standen gemeinsam auf dem Handballfeld – oder sogar in der vereinseigenen Männertanzgruppe auf der Bühne. Nähe, Vertrauen, Zusammenhalt: Das Fundament stimmt.

Fünf Boards – und der Traum vom nächsten Level

Was die Striegis Bullseye‘s von Anfang an ausgezeichnet hat: Sie haben angepackt. Mit wenigen Gründungsmitgliedern ging es auf Sponsorensuche. Es wurden fünf eigene, mobile Steeldartanlagen konstruiert und dauerhaft aufgebaut.

Darauf läuft heute alles: Training, Punktspiele, Freundschaftspartien.

Doch damit nicht genug. Im vergangenen Sommer stemmte der Verein erfolgreich ein Crowdfunding-Projekt. Ziel: fünf weitere Anlagen. Damit sollen eigene Turniere auf ein neues Level gehoben werden – auch für Hobbyspieler.

Denn hier geht es nicht nur um Liga. Hier geht es um Bewegung. Um Entwicklung. Um Darts in Mittelsachsen.

Leistung ja – aber Gemeinschaft zuerst

Klar ist: Die Bullseye‘s wollen erfolgreich sein. Und das sind sie mittlerweile auch. Eine Mannschaft spielt aktiv im Ligabetrieb, ein zweites Team sammelt Erfahrung über regelmäßige Freundschaftsspiele. Ziel für die kommende Saison: Mit mindestens zwei Teams auf Punktejagd gehen.

Doch so hoch der sportliche Anspruch auch ist – im Mittelpunkt steht die Gemeinschaft.

Hier trainiert der ambitionierte MDSL-Ligaspieler genauso wie der blutige Anfänger oder der Hobbydarter, der einmal pro Woche einfach einen guten Abend verbringen will. Und wer nicht genug bekommt, vielleicht sogar zweimal...

„Wir wollen ein eingeschworener Haufen sein. Wir wollen etwas gemeinsam bewegen.“

„1. Pfeil… 2. Pfeil… 3. Pfeil… BULLENGEIL!“

Bevor ein Punktspiel beginnt, wird es still in der Turnhalle Ebersbach. Noch einmal sammelt sich das Team. Fokus. Konzentration. Zusammenhalt.

Und dann hallt er durch die Halle, der Schlachtruf der Striegis Bullseye‘s:

„1. Pfeil… 2. Pfeil… 3. Pfeil… BULLENGEIL!!!“

Spätestens dann ist klar: Hier spielt kein zusammengewürfelter Haufen. Hier spielt ein Team.

Frauen willkommen – Jugend perspektivisch geplant

Aktuell zählen die Bullseye‘s 35 Mitglieder, darunter vier Frauen. Weitere Spielerinnen sind ausdrücklich willkommen – denn im Dartsport gibt es keine körperlichen Vor- oder Nachteile.

Eine eigene Jugendabteilung gibt es noch nicht. Zwar gab es bereits Anfragen, doch die Vereinsführung bleibt bewusst realistisch. Nach zwei Jahren Aufbauarbeit will man erst stabile Strukturen schaffen. Wenn Jugendarbeit kommt, dann ordentlich.

Der Boom im deutschen Nachwuchsdarts ist auch in Niederstriegis angekommen – und die Tür ist nicht verschlossen.

Trainingszeiten und Schnupperchance

Trainiert wird dienstags und donnerstags von 19 bis 22 Uhr in der Sporthalle Ebersbach.

Wer neugierig ist, darf zweimal schnuppern. Danach wird es schwierig, wieder aufzuhören.

Denn wer einmal Teil dieses Teams war, versteht schnell: Bei den Striegis Bullseye‘s geht es nicht nur um den perfekten Wurf.

Es geht um Heimat. Um Freunde. Und um dieses eine Gefühl, wenn der dritte Pfeil im Bull landet – und die Halle bebt.

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