Vom Kloster zum Hörsaal

Kolloquium Vergangenheit und Zukunft des Freiberger Schlossplatzes

Die Abbrucharbeiten an einigen Gebäuden des künftigen Schlossplatzquartiers der TU Bergakademie sind in vollem Gange. Zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Areals, welches das Ensemble vor dem Schloss Freudenstein bald vervollständigen soll, fand nun am vergangenen Freitag in der Alten Mensa ein Kolloquium statt. Unterschiedliche Redner widmeten sich in ihren Beiträgen jeweils einem Themenpunkt. Der Historiker Uwe Richter ging ganz an die Anfänge zurück, als an der Stelle im 13. Jahrhundert ein Dominikanerkloster entstanden war. Karl-Hermann Kandler erläuterte das Wirken des Theologen Dietrich von Freiberg, der im Kloster lebte und arbeitete. Den Ausgrabungen, die vorgenommen wurden und werden widmete sich der Archäologe Thomas Westphalen. "Die Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen", sagte er. "Wenn weitere Gebäude abgebrochen sind, setzen wir die Untersuchungen fort. Das wird bis in den April dauern." Gefunden wurden etwa Reste des Kreuzganges und Teile des Chores. Der Rektor der Bergakademie, Professor Bernd Meyer, ging auf die Baugeschichte der Universität seit 1993 ein, verwies auf Geleistetes und mahnte an, was noch zu tun sei. "Bei aktuell 5.500 Studenten reichen die Lernflächen nicht aus", sagte er. "Je länger man wartet, desto teurer wird es." Finanzminister Georg Unland schließlich gab einen Überblick über das, was genau entsteht. "Das Eckhaus zur Burgstraße fordert die wenigsten Arbeiten", erläuterte er. Von einem Gemäuer bleibt die Fassade, andere verschwinden ganz. Ein Hörsaalgebäude entsteht im Innern, dessen Foyer für Veranstaltungen genutzt werden kann. "Wir bemühen uns, die Ausgrabungsergebnisse sichtbar zu integrieren", sagte Unland. Über 22 Millionen Euro kostet der Bau, der im November 2015 fertiggestellt sein soll.