Vom Steuerzahler zum Steuersparer

Der 5-Punkte-Plan Was zu beachten ist

Heiraten lohnt sich, ist aber kein Muss. Geld spart auch, wer steuerlich absetzbare Ausgaben plant und die Grundkenntnisse des Steuerrechts kennt. Ein Mindestmaß an Ordnung bei Belegen und Quittungen ist klug und im Zweifelsfall zu kämpfen zahlt sich meistens aus.

So unromantisch es klingt: Heiraten ist der Steuertipp Nummer 1 für Paare, die sich ein gemeinsames Leben aufbauen wollen. Das gilt auch für eingetragene Lebenspartnerschaften, denn diese sind seit 2013 der Ehe gleichgestellt.

Ob eingetragene Lebenspartner oder Eheleute: Beide profitieren vom sogenannten Ehegattensplitting. Steuern spart dabei vor allem das Paar, bei dem ein Partner viel und der andere eher wenig verdient. Übrigens: Paare, die noch bis zum 31. Dezember Eltern werden, sparen für das ganze Jahr beim Soli und der Kirchensteuer.

planen

Es gibt absetzbare Kosten, die man nicht beeinflussen kann. Dazu gehören zum Beispiel Fahrtkosten: Wer täglich zur Arbeit fährt, der kann über die sogenannte Pendlerpauschale mindestens einen Teil seiner Kosten geltend machen.

Im deutschen Steuerrecht existieren aber auch planbare Ausgaben. Hier lohnt sich in vielen Fällen ein schlaues Timing. Zu den typischen Kosten, die sich planen lassen, gehören folgende:

Außergewöhnliche Belastungen wie Arztkosten, Zuzahlungen für Medikamente, Pflege- und Pflegeheimkosten für die eigenen Eltern, Unterhaltskosten und Ähnliches. Solche Ausgaben können Sie nur dann von der Steuer absetzen, wenn diese die Grenze der "zumutbaren Belastungen" überschreiten.

Zu den wichtigsten und gleichzeitig einfachsten Regeln für Steuersparer zählt, dass bestimmte Rechnungen ausschließlich per Überweisung bezahlt werden. Wer Handwerker, Kinderbetreuer oder Reinigungskräfte bar ausbezahlt, geht beim Finanzamt leer aus. Steuerlich absetzbar sind nur Kosten, die auch per Kontobewegung nachgewiesen werden können.

Werbungskosten sind unbegrenzt absetzbar. Dazu zählen alle beruflichen Ausgaben wie Fortbildungen, Dienstreisen, Arbeitsmittel, Fahrtkosten zur Arbeit usw. - Freibeträge bringen einem Steuervorteile, ohne dass man einzelne Kosten nachweisen muss. Dazu gehört u.a. der Behinderten-Pauschbetrag, der Kinderfreibetrag oder der Übungsleiterfreibetrag. - Sonderausgaben wie zum Beispiel Unterhaltszahlungen oder Vorsorgeaufwendungen sowie außergewöhnliche Belastungen wie beispielsweise Krankheits- oder Pflegekosten gehören ebenfalls in das Lexikon des Steuer-Basiswissens.

ein bisschen

Steuerbescheide sind nicht immer richtig. Da hilft nur ein Einspruch. Dieser ist in der Regel kostenlos und muss schriftlich binnen eines Monats beim Finanzamt eingehen. Jährlich legen mehrere Millionen Bundesbürger Einspruch gegen ihren Steuerbescheid ein - und die Mehrzahl hat damit Erfolg.

Sollte das Finanzamt nach der erneuten Prüfung des Steuerbescheids weiterhin bei seiner Ansicht bleiben, hilft nur der Gang vors Finanzgericht. Oder der Steuerzahler akzeptiert die Argumentation des Finanzamts.

Nur Kosten, die man belegen kann - also mit Quittungen oder auch Kontonachweisen - sind steuerlich absetzbar. Aus Sicht der Steuerexperten wird Ordnung von vielen Steuerzahlenden unterschätzt.

Ein Mindestmaß an Ordnung wäre bereits mit einem handelsüblichen Schuhkarton gewährleistet. Legen Sie einfach alle Quittungen und Rechnungen über das Jahr der Reihe nach ab und holen Sie diese für die Steuererklärung wieder heraus. Das hilft nicht nur denen, die ihre Steuererklärung selbst machen. Auch ein Steuerprofi freut sich über eine vollständige Zettelwirtschaft.