Vom Zerspaner zum Wirt in Lunzenau

beginn Olaf Kieschewski öffnet am 31. März und bietet täglich Mittagstisch

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Olaf Kieschewski vor dem Wandbild in der neu sanierten Gaststätte "Zur Börse" erwartet ab 31. März seine Gäste. Foto: Andrea Funke

Lunzenau. Gut bürgerliche Gerichte sollen in der neuen Gaststätte "Zur Börse" serviert werden, damit hofft Inhaber Olaf Kieschewski ab 31. März sein frisch renoviertes Lokal an der Karl-Marx-Straße 7 attraktiv für Gäste zu machen. Als der Peniger 2016 hörte, dass die Börse zumacht, keimte in ihm der lang gehegte Wunsch nach einer eigenen Gaststätte wieder auf. "Ich war sofort von der Lage mitten in der Stadt am Muldeufer begeistert, auch die Größe des Gastraumes sagt mir sehr zu. Geschockt war ich allerdings von den dunklen verrauchten Räumen", berichtet der 55-Jährige. Schnell war er sich mit dem Vermieter Frederic Haupt einig und wagt nun einen Neubeginn.

Die Gaststätte wurde umfassend renoviert, die alte Holzverkleidung kam raus. Lediglich die Holzdecke wurde aufgearbeitet und setzt nun einen Akzent zu den weiß gestrichenen Wänden. Eher durch Zufall, es waren zwei Steine locker, kam an einer Wand ein gemaltes Wandbild zum Vorschein, welches viele Jahre zugemauert war. Ein Restaurator schätzt die Landschaft, die an Schweizer Alpen erinnern, auf Ende 18. Jahrhundert. Dies ist nun der Blickfang in der Gaststätte, die 44 Personen Platz bietet. Auch die Küche und WC Anlagen sind erneuert wurden. Der überdachte Innenhof dient vorerst als Raucherinsel.

"Vorstellbar wären dort später auch ein paar Sitzplätze. Schade, dass es keinen Zugang zur Mulde gibt", erklärt Olaf Kieschewski, der dort gern einen Biergarten angelegt hätte. Er lernte Zerspaner im Getriebewerk Penig, war dann ein paar Jahre Kellner im Peniger Kulturhaus. "Durch die Wende und die Schließung der Gaststätte fuhr ich viele Jahre Lkw, wollte dann aber nicht mehr auf Tour gehen und arbeitete schließlich die letzten 18 Jahre wieder bei Siemens", erzählt der Gastwirt, der auch gern mal den Kochlöffel schwingt.

Eine Köchin sowie eine Servicekraft werden mit ihm die Gäste außer montags bewirten. Geöffnet wird ab 11 Uhr. Jede Woche kommen ein bis zwei Mittagsgerichte als Angebot unter fünf Euro auf die Karte. "Ich will erst einmal starten und abwarten wie es sich entwickelt, ob das Mittagsangebot angenommen wird. Auch für Familienfeiern oder Vereine bietet sich das Lokal an", ist Olaf Kieschewski zuversichtlich.