Von Bastelideen zum Beruf: Die Geschichte der Häuselmacher-Familie Naumann

Die Sonderausstellung „Das Häuselmacher-Handwerk im Erzgebirge“ ist noch bis zum 22. Februar im Museum „Alte Pfarrhäuser“ zu sehen.

Mittweida

Im Museum "Alte Pfarrhäuser" im "Alten Erbgericht" ist zurzeit und noch bis 22. Februar eine Sonderausstellung "Das Häuselmacher-Handwerk im Erzgebirge" zu sehen.

 

Wolfgang Glöckner als Vorbild

Die Schau in mehreren Räumen zeigt unter anderem eine Sammlung von Roman Naumann. Vater Reinmar Naumann war der Begründer der Firma. Sein Vorbild war der Seiffener Kunsthandwerker Wolfgang Glöckner. Als er 1994 den Entschluss fasste aus seinen Bastelarbeiten seinen Broterwerb zu versuchen, entschied er sich, Miniaturhäuser herzustellen. Allerdings sollten sie sich schon von anderen unterscheiden und somit kam ihm die Idee der Fachwerkhäuser. Es bedurfte allerdings vieler Versuche, bis er seine eigenständige Gestaltung gefunden hatte - die bis heute noch so in der Firma gefertigt wird.

 

Fertigungen verschiedener Fachwerkhäuser

Seit 2000 findet man im Ortskern von Rechenberg das "Häuselmacherstübel", indem Vater und Sohn Fachwerkhäuser und andere Gebäude im Kleinformat fertigen. Die aus Buchen- und Kiefernholz, sowie unterschiedlichem Furnier, gestalteten Häuschen lassen ganze Dorflandschaften mit Einzelhäusern, Gehöften, Kirchen, Rat- und Gasthäusern, Schulen und vielem mehr entstehen. Viele dieser Bauten sind an originale Vorbilder der sächsischen Heimat angelehnt. Die Häuser hatten anfänglich eine Gesamthöhe von 8,5 Zentimeter, wurden später verkleinert und sind heute zwischen 5 bis 6,5 Zenrimeter. Eine besondere Herausforderung war beispielsweise die neugotische Kirche von Rechenberg, diese sollte anlässlich ihres 100-jährigen Jubiläums 2001 im Kleinformat entstehen. Nach wochenlangem Tüfteln durch fotografische und zeichnerische Vorlagen gelang die Umsetzung. Auch spezielle Kundenwünsche werden in die Tat umgesetzt.

 

Häuselmacher nicht nur in der Werkstatt zu sehen

Hin und wieder sind die Häuselmacher auch außerhalb ihrer Werkstatt anzutreffen. So kann man ihnen unter anderem im Seiffner Freilichtmuseum zu den jährlich stattfindenden Handwerkertagen beim Arbeiten über die Schulter sehen. Die Miniaturbauten werden gern zum Bestücken von Pyramiden und Schwibbögen oder zum Gestalten von Heimatecken und Weihnachtsbergen verwendet. In der Sonderausstellung sind außerdem reifengedrehte Häuser und andere erzgebirgische Volkskunst zu sehen.

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