Von Mittelalter-Klängen bis zum Flamenco

Konzert Ausnahme-Gitarrist Falk Zenker live im Müllerhof

Mittweida. 

Mittweida. Ein intimer und trotzdem stürmischer Abend mit Ausnahme-Gitarrist Falk Zenker, der die ersten zwei Jahrzehnte seines Lebens in Mittweida verbracht hat, war kürzlich im soziokulturellen Zentrum Müllerhof Mittweida zu erleben. Nicht zum ersten Mal gastierte der heute in Thüringen lebende, sympathische Künstler im für seine Gitarrenklänge wie geschaffenen Ambiente des Stalles im Müllerhof.

Vom Fliegen beeindruckt

Das unter dem Motto "Falkenflug" stehende musikalische Programm des Abends beinhaltete nicht nur die abwechslungsreiche Gitarrenmusik Zenkers, bei dessen Klängen in fast jedem Titel der Einfluss seines ehemaligen Musiklehrers, der Mittweidaer Jazz-Gitarrenlegende Helmut "Joe" Sachse, hörbar scheint, sondern er sprach auch über einiges aus seinem Leben. So erfuhren die Musikfreunde, dass Zenker bereits in seiner Kindheit das Fliegen beeindruckt hat, das er deshalb in mehreren seiner Titel musikalisch verarbeitete.

Mit der Musik überall hin fliegen

Aber auch verbal band er dieses für ihn wichtige Thema ins Programm ein: Kürzlich habe er in den Bergen bei Jena einen dreitägigen Gleitschirm-Kurs absolviert. Im Verlauf des Kurses fragte er sich: "Was machst Du hier eigentlich? Denn ich kann ja mit meiner Musik überall hin fliegen ...". Zenker bedauert, dass der Mittelaltermusik heute so wenig Augenmerk geschenkt wird: "Das sind doch die Melodien, die die Basis für die spätere Entwicklung der Musik bildeten", ergreift der Musiker Partei für diese frühen Noten, die glücklicherweise von 1290 überliefert sind.

Riesiger Beifall und mehrere Zugaben

In diesem Müllerhof-Konzert spannte der in Karl-Marx-Stadt Geborene den musikalischen Bogen mittels seiner Naturgitarre und der Loop-Machine von Mittelalter-Klängen über Titel seines vierten und jüngsten Solo-Albums "Falkenflug" bis zum temperamentvollen spanischen Flamenco. Dabei spielte Zenker alle Titel mittels Fingerpicking, also ohne Plektrum. Manche Songs begannen sanft und entwickelten sich dann zum akustischen Orkan, wie beispielsweise kurz vor der Konzert-Pause "Falkenflug" oder im zweiten Konzertteil "Himmel küssen". Der Saiten-Akrobat erntete viel Beifall, so dass er um Zugaben nicht herum kam.