Von Spurensuchern und Denkmalen

Wiederherstellung Stele erinnert an Sachsenkönig

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Schnitzer Holger Günther und viele Brand-Erbisdorfer Kinder mit der Holzvorlage der Bronzeplatte vor der neu eingeweihten Gedenksäule. Foto: Wieland Josch

Brand-Erbisdorf. Dass König Albert von Sachsen jemals die Stadt Brand-Erbisdorf besucht hat, ist nicht überliefert. Zumindest findet sich nichts dergleichen in den Archivunterlagen. Das hielt die Bürger der Stadt allerdings kaum davon ab, ihm zehn Jahre nach seinem Tod, welcher im Jahr 1902 erfolgte, einen Gedenkstein zu errichten.

Die Reise eines Denkmals

Am 21. April 1912 wurde er erstmals enthüllt. Exakt 105 Jahre später geschah dies an gleicher Stelle, nämlich an der Ecke Freiberg und Turnerstraße, wieder. Nötig geworden war dies vor allem deshalb, weil die Bronzeplatte mit Alberts Bildnis seit dem Jahr 1947 verschwunden war und es bis heute blieb.

Auch der Stein selbst konnte damals nicht an Ort und Stelle stehenbleiben. Er trat eine wahre Odyssee durch den Ort an, wurde immer wieder umgesetzt und kehrte erst jetzt wieder an seinen früheren Standpunkt zurück. "Das ist der Abschluss des Projektes 'Spurensuche', mit dem sich Kinder und Jugendliche aus Brand-Erbisdorf beschäftigt haben", erzählt Frank Brendler, Jugendbeauftragter der Stadtverwaltung Brand-Erbisdorf.

Ein Projekt für die Jungen zur Stadtgeschichte

Ein ganzes Jahr vertieften sich die jungen Spurensucher in die städtische Geschichte, gewannen derweil mit diesem Projekt sogar einen Landeswettbewerb. Behilflich dabei waren auch die Arbeiten und Recherchen von Maria Sauter, welche jene Historie des "wandernden Steines von Brand-Erbisdorf" erforschte.

Ein Hauptproblem für die Projektvollendung war die fehlende Bronzeplatte. Der Hobby-Schnitzer Holger Günther fertigte aus Holz eine Vorlage an, die auf einem alten Medaillon beruht. Im Sächsischen Metallwerk Freiberg entstand schließlich jene Platte, die der Oberbürgermeister Martin Antonow und einige Kinder enthüllten.

"Für alle Vornamen des Königs wäre die Platte übrigens doch etwas zu klein geraten", schmunzelt Antonow wissend, denn der gute König hatte neben Albert noch 13 weitere.