Von Urgroßvater bis Enkelin: Bäckerei Nowack verbindet Tradition und Gemeinschaft

Tradition, Handwerk und familiäres Engagement im Kriebsteiner Ortsteil seit über 120 Jahren

Grünlichtenberg

Die Bäckerei Nowack im Kriebsteiner Ortsteil darf in naher Zukunft ihr nächstes Jubiläum feiern. 2027 können die heutigen Bäckersleute auf 125 Jahre Familientradition zurückblicken. Ein Ereignis, worüber man sich freuen kann und was nicht selbstverständlich ist.

Familientradition lebt weiter

Bäckermeisterin Karina Garten ist seit 23 Jahren die Chefin in der Backstube. Ihr Urgroßvater Paul Nowack gründete 1902 die Bäckerei, Sohn Karl trat in seine Fußstapfen und später auch sein Sohn Helfried.

Karina Gartens Lebensweg

Für Karina war von klein auf klar, auch einmal dieses Handwerk zu ihrem Lebensinhalt zu machen. Sie wuchs quasi in der Backstube auf. Im August 2002 übernahm sie die Bäckerei. Als ihre Mutter sich altersbedingt aus der Backstube zurückziehen musste, bekam sie Unterstützung von ihrem Mann Meinhard Garten, der bis heute jeden Tag an ihrer Seite die vielen leckeren Backwaren herstellt.

Vom Brot zur Konditorlehre

 "Eigentlich wollte ich Konditorin werden, dies wurde aber leider zu DDR- Zeiten nicht erlaubt. Die Behörden hatten Angst, dass ein Konditor kein Brot mehr für die Bevölkerung bäckt. Somit schloss ich eine Bäckerlehre ab. Dann kam die Wende und ich konnte noch meinen Abschluss zum Konditor nachholen. Nachdem mein Vater viel zu früh im Alter von 54 Jahren verstorben war, besuchte ich 1995 erfolgreich die Meisterschule in Helmsdorf." berichtet Karina Garten.

Nächste Generation übernimmt Aufgaben

Familiäre Unterstützung erhält die Bäckerei auch von Tochter Carolin, die gleich eine Konditorlehre anstrebte und somit zwar alle Arbeiten in der Bäckerei mit übernimmt, aber sich insbesondere der süßen Abteilung mit ganz individuell und nach Kundenwünschen gefertigten Torten annimmt.

Sortiment und Service

Das Sortiment ist breit gefächert. Altbewährte Rezepte werden erhalten und für neue Trends sind die Bäckersleute offen. Deshalb gibt es 15 verschiedene Brote und über 20 Sorten Brötchen im Angebot. In den Auslagen findet man darüber hinaus variierend bis zu 20 verschiedene Kuchen und Torten, je nach Saison. Das bedeutet natürlich frühes Aufstehen für die Bäcker. Am Samstag werden auch noch die Brötchen an die Haustür geliefert, das hatte Helfried Nowack mit seinem Trabi angefangen und wird nun von Meinhard Garten fortgeführt. Durch das traditionelle  Backhandwerk kann die Bäckerei dankbar auf einen großen Kundenkreis aus nah und fern schauen. Ein Verkaufswagen ist auch an mehreren Wochentagen in der Umgebung unterwegs.

Saisonale Höhepunkte

Ausnahmezustand ist jedes Jahr am Faschingsdienstag. "Da reicht der Platz in unserer kleinen Bäckerei nicht aus. Pfannkuchen, Quarkbällchen, Brezeln und vieles mehr wohin das Auge reicht. Aus Spaß werden auch einige Pfannkuchen mit Senf gefüllt", lacht die Chefin. Aber auch in der Adventszeit ist viel los. Die Stollenbäckerei ist seit Ende Oktober angesagt. "Wir bieten auch immer noch den Service der Hausbäckerei an. Die Kunden kommen mit ihren Zutaten und dann wird der schwere Stollenteig geknetet. Am Abend können die lecker duftenden Stollen abgeholt werden", berichtet Meinhard Garten.

Kinderbackstube und Gemeinschaft

Außerdem wird an einem Montag im Advent zur Kinderbackstube eingeladen. "Die Kinder dürfen leckeres Buttergebäck ausstechen und nach Belieben verzieren. Während die Plätzchen im Ofen sind, werden Weihnachtslieder gesungen oder ein Gedicht für den Weihnachtsmann geübt." erzählt Carolin Pregler

 

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