Vor 50 Jahren endete der Erzabbau: Einige Parallelen zum Braunkohleausstieg

Geschichte Zeitzeugen berichten von wichtigem Umbruch

Freiberg. 

Freiberg. Dass sich die Montanregion Erzgebirge am Samstag in Freiberg groß feiert, hat mit dem Unesco-Welterbetitel einen sehr guten Grund. Über all die Freude darüber darf aber nicht vergessen werden, dass sich in diesem Jahr ein ganz besonderes Datum zum 50. Mal gejährt hat. Am 30. Juni 1969 schloss nämlich die letzte Grube im Revier und damit fand der Erzabbau der Region sein Ende. Bereits 1968 war der Betrieb in Halsbrücke eingestellt worden. Hunderte von Kumpel mussten ihren Beruf aufgeben und in andere Bereiche wechseln.

Zeitzeugen berichteten von der damaligen Zeit

Diese für die Freiberger Region immens wichtige Umwälzung war denn auch Thema eines Gesprächsabends am Montag dieser Woche auf der Reichen Zeche. Bernd-Erwin Schramm, Oberbürgermeister a.D. der Silberstadt, begrüßte dazu im Podium Zeitzeugen jener Ära, darunter den letzten Technischen Leiter der Gruben, Wolfgang Schubert, und den früheren Rektor der TU Bergakademie Professor Horst Gerhardt.

"Ich selber bin kein Zeitzeuge", gestand Bernd-Erwin Schramm fast schon bedauernd. Er selber kam erst kurz nach der Grubenschließung nach Freiberg. Der Abend geriet zu einem tiefen Blick in das Erinnerungsalbum. Wolfgang Schubert hatte, gemeinsam mit anderen Autoren und Herausgebern, vor einigen Jahren bereits mit dem Buch "Bergwerke im Freiberger Land" eine Dokumentation vorgelegt, auf die immer wieder Bezug genommen wurde. Neben Anekdoten und Geschichten wurde auch die Parallele zum Braunkohleausstieg thematisiert, für die Freibergs Erfahrungen durchaus genutzt werden könnten. Denn letztlich waren sich alle einig, dass der Umbruch, bei allen Schwierigkeiten, geglückt ist.