Waldgeister und Wasserfälle aus Papier

Schau Oederaner Museum präsentiert außergewöhnliche Ausstellung

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Simone Michel aus Chemnitz hat eine besondere Affinität zu Papier, hier mit ihrem Wasserfall in der neuen Sonderausstellung. Foto: Ulli Schubert

Oederan. Staunen allenthalben: Was man aus und mit Papier alles machen kann. Viel mehr als (beispielsweise) nur eine Zeitung. Bookogamis etwa - eine Erfindung von Anka Brüggemann, die in Quedlinburg zuhause ist und aus (alten) Büchern durch Kleben und Schneiden, Rollen und Falten und manch anderer Technik mehr, neue Kunstwerke schafft. Und dafür eben auch ein Kunstwort gefunden hat: aus dem englischen Wort für Buch "Book" und dem japanischen Wort für Papier "Gami" gebildet.

Einige ihrer Bookogamis also kann man in der neuen Sonderausstellung im Museum Oederan bewundern. Hinter Glas in Vitrinen - womöglich wären am Ende der Schau im Juni sonst keine dieser Kunstwerke mehr da. "Gewebe Papier Seide" heißt Ausstellung, die vor Wochenfrist eröffnet wurde und Werke von fünf Künstlern vereint, die sich (vor allem) dem Papier verschrieben haben.

Ein Waldgeist mitten unter Besuchern

Es schwebt da ein "Waldgeist" über den Köpfen der Besucher, ein Lichtobjekt von Simone Michel aus Chemnitz. Von ihr sind Arbeiten in ganz unterschiedlichen Techniken zu sehen. "Papier fasziniert mich einfach, weil es so viele Facetten hat. Es ist sinnlich und weich, hart und verletzlich", sagt die Diplom-Textildesignerin, die einst an der Fachschule für Angewandte Kunst in Schneeberg studierte und heute ihr Wissen unter anderem in Schulen und bei Workshops an der Volkshochschule weiter gibt.

Sie ist in vielen künstlerischen Bereichen wie der Keramik, Malerei und Grafik unterwegs, "aber zu Papier habe ich eine besondere Affinität". Vertreten sind zudem Sabine Janssen, von der eine Kollektion Taschen aus Papiergarn zu sehen ist, Christiane Kleinhempel aus Chemnitz und Torsten Meiner aus Hohenstein-Ernstthal.