Wann sich der Einspruch lohnt

Steuerbescheid Es gibt zwei Hauptgründe

Die Steuerexperten unterscheiden zwei Hauptgründe, die zu einem Einspruch gegen einen Steuerbescheid führen können.

Einspruchsgrund 1:

Abweichung von der

Steuererklärung

Fehler im Steuerbescheid entstehen oft wegen Schnitzern wie Zahlendrehern, übersehenen Kosten und falschen Berechnungen. Als Folge der elektronischen Datenübermittlung kommt es außerdem manchmal zu Übermittlungsfehlern. Solche Mängel sollten beanstandet werden.

Manche im Steuerbescheid nicht berücksichtigten Kosten hat das Finanzamt nicht übersehen, sondern aus bestimmten Gründen nicht anerkannt. Diese Meinungsunterschiede zwischen Fiskus und Steuerzahlenden häufen sich oft bei den Werbungskosten und den außergewöhnlichen Belastungen.

Einspruchsgrund 2:

Abweichung durch

andere Rechtsauffassung

Ist der Steuerzahlende der Meinung, das Finanzamt müsse ihm gewisse Kosten anerkennen, weil es das Gesetz so will, bleibt nur der Einspruch gegen den Steuerbescheid. Dann geht es um die Auslegung des Steuerrechts. Ein gutes Beispiel dafür ist die Anerkennung der Gerichtskosten bei einer Scheidung.

Die Rechtslage wurde 2014 vom Gesetzgeber geändert. Konnten früher die Gerichts- und Anwaltskosten bei einer Scheidung von beiden Parteien abgesetzt werden, ist das seit 2014 zumindest laut Gesetz nicht mehr möglich. Die VLH legte dennoch für mehrere Mitglieder einen Einspruch ein. Das Argument: Der Gesetzestext widerspricht der Absicht des Gesetzgebers. Die Rechtsprechung würde also zu Ungerechtigkeiten führen.