Was einen Steinmetzmeister mit dem Jeansverkauf verbindet

Eppendorfer Unternehmer sichert ein Stück Baugeschichte

Eppendorf

Der ortsansässige Unternehmer Robin Weinhold hat es sich auf die Fahnen geschrieben, ein Stück Baugeschichte im Ort zu erhalten.

Er hat das ursprünglich 1904 erbaute Wohn- und Geschäftshaus Borstendorfer Straße 13 erworben.

Einst als Bauherr, nun als Unternehmer aktiv

Bernhard Seidel trat einst als Bauherr auf, ließ das Haus erreichten und wurde nach Fertigstellung im Erdgeschoss unternehmerisch aktiv. Er bot im Laden unter anderem Trikotagen, Strumpfwaren, Gardinen, Teppiche und Möbelstoffe, Handschuhe sowie Krawatten an. Wie Robin Weinhold in seinen Recherchen herausfand, führt er das Geschäft bis ungefähr 1948. Die Familie lebte auf der mittleren Etage. Im Dachgeschoß befanden sich die Kammern für das Personal. Sein Sohn Gotthard Seidel übernahm dann nahtlos das Haus mit dem Geschäft und führte es mit seiner Familie weiter.

„1976 gab Gotthard Seidel sein Geschäft auf und verkaufte das Haus an die Familie Kehr. Im Erdgeschoss wurde der Laden umgebaut und es zog ein Sportgeschäft ein“, so Weinhold weiter. Nach der Wende wurden Dach, Fenster und Fassade saniert, zudem zog in das Erdgeschoss ein Fernseh- und Elektronikgeschäft ein. Das Fachgeschäft existierte bis 2019, danach stand der Laden leer.

Leerstand war mit einer Verschlechterung der Bausubstanz

Der Leerstand war mit einer Verschlechterung der Bausubstanz verbunden. „Wir wollten nicht nur zusehen, sondern aktiv etwas tun, dass das Haus erhalten bleibt. So nutzten wir die Möglichkeit, die Immobilie 2024 zu kaufen.

Jetzt sind wir damit beschäftigt, das Gebäude Schritt für Schritt zu sanieren“, erklärt der Steinmetzmeister, der im Ort in fünfter Generation den Familienbetrieb an der Borstendorfer Straße führt.

Ein Kreis sei nun geschlossen

Besonders freue sich der 51-Jährige, dass mit der mittlerweile erfolgten Vermietung des Erdgeschosses ein Kreis geschlossen wurde.

Denn Heike Sollmann bietet jetzt in ihrem Geschäft „Modeladen“ ein ähnliches Sortiment an, wie es ab 1904 Bernhard Seidel tat. Die Leubsdorferin verkauft Jeans sowie Oberbekleidung für Damen und Herren.

Zudem können die Kunden bei der gelernten Damenschneiderin Gardinen erwerben, den Änderungsservice in Anspruch nehmen und Textilien oder Teppiche zur Reinigung abgeben.

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.