Was heißt "Demokratieverständnis"?

Projekttage Schüler lernen zuzuhören und zu argumentieren

Die weltpolitische Situation ist momentan so angespannt wie schon lange nicht mehr. Fast täglich gibt es in den Nachrichten Ereignisse zu sehen, die zu heftigen Diskussionen im Familien- und Freundeskreis, aber auch in anderen Gesprächsgruppen führen. Wie wichtig es dabei ist, Argumente anderer gelten zu lassen oder diese auch einmal gezielt zu hinterfragen um sie zu verstehen, war das Thema von zwei Projekttagen an der Gerhart-Hauptmann-Oberschule. "Wir haben seit vielen Jahren Kontakte zum Europahaus in Leipzig", teilte Steffi Müller mit. "Das Team unserer Gemeinschaftskundelehrer organisiert seit langem mit Mitarbeitern von dort jährlich besondere Aktionstage, die das Demokratieverständnis der Jugendlichen entwickeln sollen." Dabei schlüpfen die Oberfrohnaer Zehntklässler in verschiedene Rollen, aus denen sie heraus an einem "runden Tisch" Einigungen erzielen sollen. "Dieses Mal hatten wir die fiktive Situation, dass Deutsche ihr Land wegen einer Chemiekatastrophe verlassen und auf "Eiland" eine neue Existenz begründen müssen". Dabei sollen "Ministerpräsident" und "Parteimitglieder" genauso fair und lösungsorientiert agieren wie die "Flüchtlinge": "Die Parallelen zur aktuellen Situation liegen auf der Hand", so Müller. "Wir möchten, dass die Jugendlichen konstruktive Diskussionen führen, dem anderen zuhören und auch lernen, Schlussfolgerungen zu ziehen." Vanessa Scholz und Moritz Oetterer schätzten den Einstieg in das Projekt als schwierig ein: "Je mehr man sich aber hineinversetzte, um so fließender spielten sich die Gespräche ab." Die Schüler sprechen in ihrer Freizeit nicht gern über so schwierige Themen, haben durchaus aber auch einen neuen Blickwinkel auf die Problematik bekommen.