Was ist das für eine Orgel?

Orgeltag Silbermann-Gesellschaft unterwegs

was-ist-das-fuer-eine-orgel
Im Dialog über die Orgel von Oberbobritzsch: Domorganist Albrecht Koch (l.) und Orgelbauer Georg Wünning. Foto: Wieland Josch

Oberbobritzsch. In der wundervoll ausgestatteten Kirche von Oberbobritzsch steht eine Orgel. Das ist jetzt keine große Überraschung. Spannend wird es jedoch bei der Frage, was für eine Orgel dort steht. Zunächst scheint die Beantwortung einfach, denn erbaut wurde das Instrument im Jahr 1716 von Gottfried Silbermann, dessen Rang und Wirken nicht näher erklärt werden muss. Doch was ist, wenn im Laufe der Jahrhunderte allzu viele Veränderungen vorgenommen wurden?

Die Frage nach der Originalität

Die erste davon stammt vom berühmten Orgelbauer noch selbst, und zwar aus dem Jahr 1743. Der Frage nach der Originalität ging die Gottfried-Silbermann-Gesellschaft bei ihrem Orgeltag am vergangenen Wochenende direkt vor Ort nach. Um es vorwegzunehmen: Keiner sprach von einem originalen Silbermann-Produkt. Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts waren einige Register durch andere ersetzt worden, um den Klang dem Zeitgeschmack anzupassen.

"Heute gehen nur noch 10 von 19 Registern auf Silbermann zurück", führte der renommierte Orgelbauer Georg Wünnung aus Großolbersdorf aus, der 2001 eine Sanierung der Orgel unternommen hatte und entsprechend das Instrument gut kennt. 1916 erfolgte die wohl grundlegendste Veränderung, als durch die Orgelbauer Jahn aus Dresden grundlegende Arbeiten durchgeführt wurden.

Vom Barock zum Jugendstil

"Hier und da waren sie sogar geglückt", gesteht Wünning zu. Doch im Gesamtbild sei trotzdem nichts Richtiges daraus geworden. Ins Auge fallen noch heute die äußeren Renovierungen, denn das einst barocke Erscheinungsbild wurde durch eines im Jugendstil ersetzt. Domorganist Albrecht Koch gibt zu, dass die Orgel schwer zu spielen und ihr Klang nicht optimal sei. Man müsse etwas tun, darin waren sich alle einig. Sinnvoll, wenngleich nicht einfach, sei durchaus eine Rückführung zu Silbermannschen Wurzeln. Man machte der Kirchgemeinde Mut, dieses Unterfangen anzugehen und wolle dabei auf jeden Fall unterstützen.