Was wird mit dem Breitbandausbau in Sachsen?

Diskussion Forum widmet sich Herausforderungen der Digitalisierung

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Deutliche Worte zum Breitbandausbau: Dirk Neubauer (l.) und André Uhlig. Foto: Wieland Josch

Freiberg. Wie nun eigentlich weiter beim Breitbandausbau? Das schien einen Tag lang die wesentliche Frage bei einem groß angelegten Gedankenaustausch zum Thema Digitalisierung und Breitband, den die TU Bergakademie am Donnerstag vergangene Woche ausrichtete. Neben vielen Fakten tauchten dabei vor allem immer neue Fragen auf.

Podiumsdiskussion bildet Höhepunkt

Einen Höhepunkt fand die Veranstaltung in einer Podiumsdiskussion, an der Corinna Hilbig von der Infrastrukturberatung PSPC, Dietmar Richter von der Industrie- und Handelskammer Chemnitz, Dirk Neubauer, Bürgermeister der Gemeinde Augustusburg, und André Uhlig, Geschäftsführer von Möbelbau Sayda, teilnahmen.

Dabei wurden vor allem Ansichten ausgetauscht, die sich eher an Realitäten denn politischen Absichten orientierten. "Ich halte es für übertrieben, wenn gesagt wird, jede Oma in diesem Land braucht 100 Megabit Datenvolumen", sagte etwa André Uhlig. Sein Unternehmen verfügt derzeit über 32 Megabit (Mbit). "Damit kommen wir momentan gut klar", so Uhlig. "Aber natürlich wird das künftig nicht reichen."

Die Zukunft per Zufallsgenerator bestimmen?

Schwierig sieht er auch die Umsetzung der Vorhaben, überall Glasfasertechnologie und 50 Mbit zu installieren. "Alle Kommunen haben demnächst das gleiche vor", meint Uhlig. "Woher wollen die die dafür nötigen Firmen nehmen?" Dirk Neubauer sieht das ähnlich. "Wir generieren hier Zukunft mit Hilfe eines Zufallsgenerators", brachte er seine Meinung auf den Punkt. "Wir sind ein digitales Entwicklungsland." Er sehe ein klares Staatsversagen. Zudem plädierte er dafür, dass die Kommunen die Breitbandnetze nicht aus der Hand geben dürfen.

In Augustusburg arbeite man daran, künftig die Sperrminorität zu behalten. "Neben Strom und Wasser ist die digitale Infrastruktur das Wichtigste, was eine Kommune gewährleisten muss", so Neubauer. Er mahnte Unterstützung an, nicht nur in finanzieller Form, sondern vor allem personelle. "Wir brauchen ganz konkret Menschen, die uns unter die Arme greifen", sagte er eindringlich. "Am Geld ist in diesem Land noch nie etwas gescheitert." Es zeige sich immer, dass da, wo die Kräfte gebündelt werden, die Dinge besser funktionieren.