Wasserrad dreht sich im Probebetrieb

Natur Erneuerbare Energien entlang des Chemnitztalradweges

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Heike und Gerd Bussenius an ihrem hölzernen Wasserrad an der alten Mühle in Markersdorf. Foto: Funke

Markersdorf. Der Tag der erneuerbaren Energie bescherte den Betreibern alter Mühlenstandorte sowie Wasserkraftwerken entlang des Chemnitztalradweges viele Besucher. Unter anderen hatten sich 60 Radler an der Fahrradtour, organisiert durch den ADFC Chemnitz, beteiligt. "Wir freuen uns über das große Interesse an unserem hölzernen Wasserrad", berichtet Heike Bussenius, die im feschen Dirndl alle Besucher herzlich empfang. Ihr Mann Gerd Bussenius erzählte und erklärte unermüdlich die Geschichte des Wasserrades, welches im Probebetrieb vorerst das Wasser der Chemnitz schaufelt. Erstmals wurde 1771 ein Sägewerk an diesem Standort erwähnt, es folgten Umbauten zu mehreren anderen Mühlen einschließlich einer Dinkelmühle 1528. "Weil es keinerlei Unterlagen oder Zeichnungen von diesem Wasserrad gab, haben wir es anhand von Fakten gebaut.

Wasserrad wurde selbst konstruiert

Die Breite war bekannt und im Haus gab es Durchbrüche. Außerdem standen in alten Wasserrechten die Stauhöhen. Daraus hat ein fähiger Wasserbauingenieur das 5,30 Meter hohe Wasserrad mit 18 Schaufeln aus Lärchenholz, die drei Meter breit sind, konstruiert", berichtet Gerd Bussenius, der es danach selbst fertigte. Sorgen machen unterdessen dem 58-jährigen Burgstädter die Behörden, denn seit drei Jahren wartet er auf die Genehmigung der Fischerreibehörde für den Bau einer Fischtreppe. "Die Auflagen für den Bau kann ich teilweise nicht erfüllen. Es soll zusätzlich ein 10 Millimeter Lachsrechen angebracht werden, der täglich durch zwei Personen gereinigt werden soll", schüttelt der Instandsetzungsmechaniker den Kopf.

Die Fischtreppe ist ein gutes Beispiel für den Unterricht

Er hat seit drei Jahren keinen Urlaub gemacht, weil er hoffte die Fischtreppe bauen zu können. Zumindest wurde ihm der Probebetrieb gestattet, so dass er nun pro Stunde fünf Kilowatt Strom einspeisen kann. "Ich möchte gern Kindern zeigen, wie aus Wasserkraft Strom entsteht. So ähnlich wie in einem grünen Klassenzimmer. Auch für den Physikunterricht wäre das Wasserrad ein gutes Beispiel und für den Biologieunterricht hätte ich die Fischtreppe im Angebot", stellt der Besitzer der Alten Mühle fest. Zu Himmelfahrt und am Pfingstmontag ist das Wasserrad wieder für Besucher geöffnet.