Weben findet noch immer große Resonanz

Weberforum Liebe zur Handarbeit in Oederan unter Beweis gestellt

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Anna Piquardt gibt Brigitte Sroka und Anette Kühn (v.r.) Tipps für die Fertigung von Lavendelspindeln. Das ist eine alte provenzalische Tradition. Foto: Ulli Schubert

Oederan. Der Duft der Provence schwebt durch den Bürgersaal - könnte man meinen, aber der Lavendel stammt aus dem Garten von Helga Hofmeister in Börnichen, verrät Anna Piquardt. Die nun aber ist wirklich erneut aus Barjols, in der französischen Region Provence-Alpes-Côte d'Azur gelegen, zum Weberforum nach Oederan gekommen, um diesmal den Damen in ihrem Workshop eine alte provenzalische Tradition, nämlich die Fertigung von Lavendelspindeln beizubringen.

Gut besuchte Workshops

Anette Kühn kommt aus Gornau, ist gelernte Weberin, hat aber lange nicht mehr in diesem Beruf gearbeitet. "Ich liebe die Handarbeit und die Arbeit mit Naturmateriealien", sagte sie und band andere Gräser zu einer Spindel, weil der Lavendel gerade erst zu blühen beginnt und entsprechend knapp war.

Ramona Metzler, die mit ihrem Team die siebente Auflage des Weberforums auf die Beine gestellt hatte, konnte sich am Sonntagabend zufrieden zurücklehnen. Auf der Habenseite kann sie 48 Teilnehmer, gut besuchte Workshops mit zwölf Dozenten und Vorträge mit stets wenigstens 35 Teilnehmern ebenso verbuchen wie eine Wanderausstellung des Vereins Weben+ zum Thema "Das blaue Wunder" und die bereits traditionelle Verkaufsmesse.

Heuweben weitestgehend unbekannt

"Die Zürcher Stalder AG aus Lyssach ist seit 2006 beim Weberforum dabei, und das zeigt doch, dass sich die weite Reise lohnt", so die Museumsleiterin. Das Unternehmen aus der Schweiz wollte auch zwei Weber von der Elfenbeinküste aus Westafrika mit nach Oederan bringen. "Sie wollten uns zeigen, wie man dort schmale Bänder webt, die zu Decken, Tüchern und Kleidern zusammengenäht werden, erhielten aber ihre Einreisepapiere nicht pünktlich." Gestaunt haben Gäste wie Teilnehmer indes über das Heuweben, das Karin Wunderlich demonstrierte und das viele nicht kannten.

Gut besucht mit 25 Teilnehmern war schon die Exkursion am Freitag in die Chemnitzer Firma Cetex Institut für Textil-und Verarbeitungsmaschinen gGmbH, berichtet Ramona Metzler. Hier wurde unter anderem auch die Zusammenarbeit zwischen Cetex, der Firma Alterfil und dem Oederaner Museum hinsichtlich der Fertigung von Basaltfäden deutlich.