Weg für Gedenkstätte zeichnet sich ab

Dialog In Sachsenburg wurde der Häftlinge im einstigen Konzentrationslager gedacht

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Die Gedenkfeier mit der Chemnitzer Gruppe Quijote in den Räumen, wo einst die KZ-Häftlinge untergebracht waren. Foto: Ulli Schubert

Sachsenburg. 85 Jahre nach dem ersten Zählappell im einstigen Konzentrationslager wurde am Sonntag beim 9. Sachsenburger Dialog der Häftlinge gedacht, die zwischen 1933 und 1937 dort leiden oder gar ihr Leben lassen mussten. Zum zweiten Mal nach dem Vorjahr fand die Feier mit mehr als 50 Gästen in einem der Spinnsäle der ehemaligen Zwirnerei an der Zschopau statt, wo die Häftlinge damals in dreistöckigen Betten untergebracht waren. "Sachsenburg stand am Anfang der Geschichte der Konzentrationslager. Wir können und wollen uns im Gedenken nicht auf diesen Ort beschränken und die Dimension aufzeigen, die hier ihren Anfang nahm", sagte Enrico Hilpert für die Lagerarbeitsgemeinschaft, die auch diesen Dialog organisiert hatte, der zudem von der Vorstellung des neuen Sammelbandes zur Geschichte des KZ Sachsenburg über Lesung und Vortrag von Häftlingsberichten bis zu Führungen über das einstige Areal reichte. Diese übernahm Gisela Heiden, Enkelin eines Häftlings, die zudem für ihr Engagement als Schatzmeisterin der Lagerarbeitsgemeinschaft KZ Sachsenburg besonders geehrt wurde.

Chemnitzer Lehrerin stellt Konzepte für Gedenkstätte vor

Enrico Hilpert geht davon aus, dass noch in diesem Jahr mit der Gestaltung des "Pfades der Erinnerung" im Außenbereich des früheren KZ Sachsenburg begonnen werden kann. "Ich hoffe, dass bis zum Frühjahr zehn Tafeln des Stelenwegs stehen werden", sagte er am Rande der Veranstaltung, die von der Chemnitzer Gruppe "Quijote" musikalisch eindrucksvoll gestaltet wurde. Nachdem die Chemnitzer Lehrerin Anna Schüller von der Initiative "Klick" drei verschiedene Varianten ihres Konzeptes für die Gedenkstätte sowohl in einer öffentlichen Sitzung des Stadtrates wie auch beim Sachsenburger Dialog vorgestellt hat, entscheidet der Stadtrat Frankenberg am 20. Juni, welche der Varianten umgesetzt wird.

Besondere Bedeutung des KZ Sachsenburg

Die Geschichte des KZ Sachsenburg als eines der frühen Konzentrationslager in Sachsen, das zudem am längsten bestand, gewinnt besondere Bedeutung auch dadurch, dass sie quasi Ausbildungsstätte für Wachmannschaften und Ausgangspunkt der Karriereleiter für KZ-Kommandanten war. Auch Strafmaßnahmen, wie der Prügelbock wurden hier entwickelt und später beispielsweise in den KZ Buchenwald und Sachsenhausen angewandt.