Weihnachtsboxen in Döbeln: Wenn Tradition, internationale Klasse und Leidenschaft aufeinandertreffen

Das Weihnachtsboxen wurde zum 33. Mal ausgetragen

Döbeln

Ausverkauftes Haus, internationale Gäste und eine Atmosphäre, die man eher aus großen Boxarenen kennt: Das Weihnachtsboxen in Döbeln hat auch in diesem Jahr eindrucksvoll bewiesen, warum es seit Jahrzehnten zu den sportlichen Höhepunkten der Region gehört. Wenn kurz vor den Festtagen in der Sporthalle Döbeln-Nord die ersten Glockenschläge ertönen, ist klar: Jetzt fliegen noch einmal die Fäuste – nicht aus Aggression, sondern aus purer Leidenschaft für den Boxsport.

Zum bereits 33. Mal wurde am Samstagabend das traditionsreiche Weihnachtsboxen um den Pokal ausgetragen. Punkt 19 Uhr begann das sportliche Jahresfinale in der Stiefelstadt, vor über 400 Zuschauern, die für eine lautstarke, familiäre und zugleich hochklassige Stimmung sorgten.

Internationaler Vergleich im Ring

Im Mittelpunkt des Abends stand der Vergleich einer Böhmischen Auswahl mit einer Döbelner Auswahl. Insgesamt wurden sechs bis sieben Vereine aus Tschechien erwartet, darunter der VEKI Boxing Club Chomutov, mit dem der Boxclub Döbeln seit vielen Jahren eine enge sportliche Partnerschaft pflegt. Gegenseitige Wettkämpfe und Besuche haben über die Jahre hinweg eine lebendige Verbindung über Ländergrenzen hinweg entstehen lassen – eine Tradition, die auch an diesem Abend spürbar war.

Sportlich bot das Programm eine große Bandbreite: von erfahrenen Athletinnen und Athleten bis hin zu spannenden Nachwuchskämpfen im Jugendbereich. Besonders auffällig war die Vielzahl an Frauen- und Mädchenkämpfen, die eindrucksvoll zeigten, wie stark und selbstverständlich Frauenpower inzwischen im Boxsport vertreten ist.

„Darauf können wir aufbauen“

Regionaltrainer Alexander Golombek, seit 2025 für den Boxsport in Mittelsachsen verantwortlich, zeigte sich rundum zufrieden:

„Die Atmosphäre beim Döbelner Weihnachtsboxen war wieder großartig. Unsere Boxerinnen und Boxer aus Döbeln und Roßwein haben alles gegeben und den Zuschauern spannende Kämpfe geliefert. Auf diesen Einsatz und die Entwicklung unserer jungen Talente können wir auf jeden Fall aufbauen.“

Golombeks Engagement wird auch im kommenden Jahr fortgesetzt. Der Kreissportbund Mittelsachsen und der Box-Verband Sachsen arbeiten dabei gemeinsam an der nachhaltigen Entwicklung des Sports in der Region.

Mehr als nur ein Wettkampf

Dass das Weihnachtsboxen weit mehr ist als eine reine Sportveranstaltung, betonte auch Benjamin Kahlert, Geschäftsführer des Kreissportbundes Mittelsachsen und selbst als Kampfrichter im Einsatz:

„Das Weihnachtsboxen ist eine ganz wunderbare Sache. Wir sind heute zum 33. Mal hier, und man merkt, wie sehr diese Veranstaltung vom internationalen Austausch lebt. Wir haben tschechische Boxer dabei, die bereits auf Europa- und internationaler Ebene gekämpft haben. Das Niveau ist hoch und sehr ausgeglichen.“

Kahlert hob besonders die familiäre Atmosphäre hervor, die den Abend so besonders mache:

„Man spürt hier die Geschichte. Langjährige Macher wie Karl-Heinz Pohl, Ehrenpräsident des Boxclubs Döbeln, haben diese Veranstaltung über Jahrzehnte geprägt. Dazu kommen liebevolle Details bei den Siegerehrungen – vom kleinen Weihnachtsmann bis zu Medaillen und Urkunden – und natürlich die vielen ehrenamtlichen Helfer. Ohne sie wäre so ein Abend nicht möglich.“

Respekt für die Unparteiischen

Als Kampfrichter kennt Kahlert auch die andere Seite des Sports. Er machte deutlich, wie wichtig Schieds- und Kampfrichter für den Wettkampfbetrieb sind:

„Ohne Kampf- und Schiedsrichter gibt es keinen Wettkampfsport. Trotzdem haben wir in vielen Sportarten Nachwuchsprobleme. Kampfrichter stehen im Fokus, tragen Verantwortung und machen ihre Arbeit ehrenamtlich und hochkompetent. Dafür brauchen sie Respekt und Anerkennung.“

Ein Abend, der in Erinnerung bleibt

Am Ende zog Kahlert ein klares Fazit:

„Wieder einmal eine absolut gelungene Veranstaltung. Über 400 Zuschauer, nicht einmal mehr alle Sitzplätze verfügbar, tolle Atmosphäre, faire Kämpfe – einfach super.“

Für viele Besucher war es mehr als nur ein Boxabend. Es war ein Wiedersehen alter Bekannter, ein Treffpunkt der Boxfamilie und ein emotionaler Abschluss des Sportjahres. Wer an diesem Abend in der Halle stand, spürte schnell: Das Döbelner Weihnachtsboxen ist nicht nur Tradition – es ist gelebte Leidenschaft.

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