Weinvorrat bleibt beim Mann

Urteil Kein Haushaltsgegenstand

Hatte eine Frau während der Ehe keinen Zugang zum Weinkeller des Hauses, weil ihr Mann den Schlüssel dafür immer persönlich verwahrte, hat sie nach der Scheidung auch keinen Anspruch auf einen Teil an der wertvollen Flaschensammlung. Bei einem solchen nur vom Mann offenbar als sein Hobby verwalteten Weinvorrat handelt es sich nämlich um keinen gemeinsamen Haushaltsgegenstand, der bei einer Trennung beiden Ehepartnern anteilig zufällt. Das hat das Amtsgericht München in einem inzwischen rechtskräftigen Urteil entschieden (Az. 566 F 881/08). Bei der umstrittenen Kollektion handelt es sich um teilweise sehr wertvolle Weine, darunter auch ältere Jahrgänge Chateau Petrus und Chateau Lafleur. Es war nur der Mann, der die Weine ausgewählt und erworben hat. Er allein hat die zum Öffnen bestimmten Flaschen bestimmt - teilweise minutiös nach dem besten Verköstigungszeitpunkt. Die Frau verstand davon nichts und hat selten den vom Mann ausgewählten Rotwein mitgetrunken. "Damit hat die Weinsammlung nicht der gemeinsamen Lebensführung gedient, sondern ist ausschließlich als eine Liebhaberei des Mannes anzusehen", erklärt Rechtsanwältin Alexandra Wimmer. Weshalb der zuständige Familienrichter auch zu Recht den Antrag der Frau zurückwies, nach der Scheidung die Hälfte des Flaschenbestandes oder einen Schadensersatz in Höhe von 250.000 Euro zu erhalten. Zwar würden grundsätzlich auch Vorräte an Nahrungsmitteln, die keine Haushaltsgegenstände im eigentlichen Sinne darstellen, einer solchen Teilung unterliegen. Jedoch nicht, wenn sie ausschließlich dem Beruf oder dem persönlichen Bedarf eines der Ehegatten sowie seinem persönlichen Gebrauch oder dem individuellen Interesse dienen.