Weit über 150 Oldtimer erobern das Schloss Augustusburg

Sie kamen bei Nebel – und dann kam die Sonne

Augustusburg

Am Sonntag, dem 19. Juli 2026, war es wieder so weit: Die August-Horch-Klassik machte Station auf Schloss Augustusburg. Über 150 historische Fahrzeuge verwandelten den Schlossinnenhof und den Wirtschaftshof in ein rollendes Automobilmuseum.

Bis zu 100 Jahre alt

Ab 11 Uhr fuhren die automobilen Schätze nach und nach ein. Insgesamt nahmen 152 PKW an der Rallye teil, darunter das älteste Fahrzeug des Teilnehmerfeldes, das bereits 100 Jahre alt ist. Auch 25 historische Motorräder waren vertreten – darunter zahlreiche seltene und liebevoll restaurierte Raritäten auf zwei Rädern.

130 Kilometer Tour

Die Rallye war am Morgen gegen 9 Uhr am August Horch Museum in Zwickau gestartet. Dort endete die rund 130 Kilometer lange Tour am Sonntagnachmittag auch wieder. Vertreten waren Fahrzeuge der Marken Audi, Horch, Wanderer, DKW, Auto Union und Sachsenring. Entlang der Strecke mussten die Teilnehmer mehrere Durchfahrtskontrollen passieren.

Mittagspause am Schloss Augustusburg

Auf Schloss Augustusburg legten die Fahrerinnen und Fahrer eine rund 90-minütige Mittagspause ein. Während sie gemeinsam in der Schlossgaststätte zu Mittag aßen, konnten die Besucher die historischen Fahrzeuge aus nächster Nähe bestaunen. Das Einparken der Oldtimer erwies sich dabei teilweise als echter Kraftakt, denn viele der historischen Fahrzeuge verfügen über keinerlei Lenkhilfe. Zeitweise reichte der Rückstau bis in die Stadt Augustusburg hinein. Nach etwa 90 Minuten hatten schließlich alle Fahrzeuge ihren Platz gefunden.

Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, die automobilen Raritäten zu besichtigen, Fotos zu machen und mit den Fahrerinnen und Fahrern das eine oder andere Benzingespräch zu führen.

Wetter machte die Veranstaltung zu etwas Besonderem

Auch das Wetter sorgte für eine besondere Atmosphäre. Am Morgen lagen die Temperaturen auf dem Schloss bei rund 14 Grad. Dichte Nebelschwaden hüllten die „Krone des Erzgebirges“ ein, sodass das Schloss aus der Ferne kaum zu erkennen war. Es sah lange nach Regen aus, doch der blieb aus.

Im Laufe des Tages verzog sich der Nebel und schließlich zeigte sich sogar die Sonne. Sehr zur Freude der Veranstalter, Teilnehmer und der zahlreichen Besucher. Die Oldtimer waren den ganzen Tag von Technikfans umringt, die die noch vollkommen analoge Technik bewunderten. Es roch nach Benzin und Motorenöl, und wenn die Fahrer ihre Motoren starteten, war der unverwechselbare Klang historischer Aggregate zu hören.

Nach der Mittagspause führte die Strecke durch die Augustusburger Altstadt zurück in Richtung Ziel – dem August Horch Museum in Zwickau.

Ein besonderer Schatz und Publikumsliebling: der 100 Jahre alte S 23

Ein ganz besonderer Blickfang war das Fahrzeug mit der Startnummer 1 – ein 100 Jahre alter Freia S 23. Es war das älteste Fahrzeug im Teilnehmerfeld und zog zahlreiche Fotografen sowie Technikinteressierte an.

Gesteuert wurde der Oldtimer von Richard Möckel aus Hauptmannsgrün im Vogtland, der gemeinsam mit seiner Großmutter nach Augustusburg gekommen war. Immer wieder musste er Fragen zu dem außergewöhnlichen Fahrzeug beantworten.

Der Freia S 23 wurde von der Freia Automobil AG in Greiz gebaut. Das Unternehmen produzierte neben Dreirädern auch die Pkw-Modelle S 5, S 23 und S 24. Der in Augustusburg gezeigte S 23 verfügt über einen Vierzylindermotor mit 20 PS und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von rund 80 km/h.

Richard Möckel blieb bis etwa 14 Uhr auf Schloss Augustusburg, bevor er die Fahrt in Richtung Zwickau fortsetzte.

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