Wenn aus Schafwolle ein Teppich wird

Weben Claudia Rogeé hat sich eine kleine Webwerkstatt eingerichtet

Das Kreuzgewölbe strahlt im schlichten Weiß und wird von zwei Porphyrsäulen getragen. "Ich habe mit Hammer und Meißel den Putz von den Ziegeln abgeklopft. Das hat viele Tage gedauert", berichtet Claudia Rogeé, die sich mit dem Ausbau des ehemaligen Kuhstalls in ihrem alten Bauernhof einen Traum erfüllte. Als sie den Bauernhof das erste Mal besichtigte, war sie besonders von diesem Raum begeistert, obwohl dieser in einem miserablen Zustand war. Bevor sie der Decke einen weißen Anstrich verpasste, wurde das Gemäuer noch sandgestrahlt. Vor die Bruchsteinmauer setzte sie außerdem noch Leichtlehmsteine, die gleich im Denkmalpflegehof Altzschillen von Stefan Lein hergestellt werden. "Durch das Gemisch aus Lehm und Miscanthus hat sich das Klima in diesem Raum sehr verbessert und die Steine haben gute Dämmwerte", erklärt die 50-jährige Lehrerin, die sich darin eine Webwerkstatt mit sechs verschiedenen Webstühlen eingerichtet hat. Von einer Freundin hat Claudia Rogeé im Jahre 2000 das Einmaleins der Handweberei gelernt und kommt seitdem nicht mehr davon los. Um mit den Webstühlen arbeiten zu können, bedarf es weiterer Gerätschaften, wie Spinnrad, Spulräder und vieles mehr. Die Schafwolle erhält sie beispielsweise von einem Bauern aus der Nachbarschaft. "Die wird gewaschen und in großen Töpfen auf dem Hof über Feuer mit natürlichen Mitteln gefärbt. Dann spinne ich sie auf dem Spinnrad und spule sie bis sie dann endlich auf dem Webstuhl zu Teppichen, Läufern, Decken oder Tüchern verarbeitet werden kann", berichtet die Hobbyweberin, deren Vision ist, die Webwerkstatt zukünftig selbstständig zu führen. Dazu werden dann auch Kurse für interessierte Jugendliche und Erwachsene gehören. Bisher war sie auf diversen Märkten mit ihrem Bauernwebstuhl unterwegs um ihr Handwerk vorzustellen. Die Vielzahl der verschiedenen Webstühle in ihrer Werkstatt hat den großen Vorteil, dass sie nicht für jedes Stück den Webstuhl neu einrichten muss. "Ich experimentiere gern und probiere viele Muster und unterschiedliche Festigkeiten aus. Wer ebenfalls Interesse am Weben hat, kann gern bei mir vorbei schauen", sagt Claudia Rogeé, die auch im Denkmalpflegehof anzutreffen ist.