Wer wird in Oederan angeprangert?

Ausstellung Museum zeigt Folterinstrumente ab 1. Juli

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Dorit Fox am Pranger, der als einziges Ausstellungsstück von den Besuchern benutzt werden darf. Foto: U. Schubert

Oederan. Eine neue Sonderausstellung im Museum Oederan stellt Folter- und Hinrichtungsinstrumente aus dem Mittelalter bis in die Neuzeit vor. Dabei sollte nichts schief gehen, weshalb die Handhabung der Instrumente bis ins Detail genauso beschrieben wurde, wie die Herstellung derselben. Beispielsweise in dem österreichischen Strafgesetzbuch "Constitutio Criminalis Theresiana" aus dem Jahr 1768, das zahlreiche Abbildungen enthält. Auf diese konnte sich Dieter Fox stützen, der viele der Ausstellungsstücke nachgebaut hat.

Bereits die 11. Ausstellung von Familie Fox

Konzipiert wurde die Schau bereits vor zehn Jahren von seiner Ehefrau Dorit Fox. Die Ausstellung in Oederan ist bereits die elfte der beiden Neukirchener. "Es ist stets ein hoher Aufwand, die Geräte, die in der Scheune lagern, immer wieder auf Vordermann zu bringen. Es gibt eigentlich immer etwas zu reparieren", sagte Dieter Fox. Dass seine Frau und er mit dem Gedanken spielen, dass dies die letzte Ausstellung sein könnte, glaubt man dann aber doch nicht, zu viel Freude machte ihnen der Aufbau.

Von Streckbank bis Daumenschraube ist alles dabei

Die Delinquenten indes dürfte es angesichts der Folterinstrumente Angst und Bange geworden sein. Zu sehen sind beispielsweise Streckbank und Pendel, Bein- und Daumenschrauben und auch Zangen, mit denen sich Körperteile abreißen ließen. Dagegen nehmen sich die sogenannten Ehrenstrafen wie Pranger, Halsgeige oder Schandflöte, mit der schlecht spielende Musikanten bestraft wurden, schon fast harmlos aus. Ergänzt wird die Schau durch zahlreiche Dokumente und Abbildungen.

Geöffnet ist die Ausstellung täglich, außer montags, von 12 bis 17 Uhr.