Widerstand gegen Umwidmung

Unterkunft Zuger wehren sich gegen Unterbringung im Wohnheim des Fachschulzentrum

Es steht außer Frage, dass die nicht wirklich nachlassende Zahl von Asylbewerbern, welche nach Deutschland kommt, besonders Landkreise und Kommunen vor immer größere Herausforderungen stellt. Das ist in Mittelsachsen nicht anders als im Rest der Republik. Vor allen weiteren drängenden Aufgaben steht dabei zunächst die Frage der Unterbringung. Die Entscheidungen, welche im Landratsamt dazu gefällt werden müssen, sind selten wenn überhaupt populär, und je länger die Situation andauert, desto schneller müssen sie umgesetzt werden. Die Beschlagnahme von Räumen in Döbeln dieser Tage ist nur eines der Beispiele. Im Freiberger Ortsteil Zug formiert sich nun Widerstand gegen die Umwidmung eines Wohnheimes, welches zum dortigen Fachschulzentrum gehört, in eine Asylunterkunft. In einem offenen Brief haben sich Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger (SPD) und der Landtagsabgeordnete Steve Johannes Ittershagen (CDU), zugleich Ortsvorsteher von Zug, gegen die Umnutzung ausgesprochen. "Die Schule lebt einzig und allein von ihren Schülerinnen und Schülern", heißt es in dem Schreiben. "Bei der Durchsetzung des Vorhabens ist mit einer Reihe von Lehrabbrüchen zu rechnen." Es sei nicht hinnehmbar, intakte Schulinfrastruktur für die Unterbringung von Asylbewerbern in Anspruch zu nehmen. Auch sehen die Autoren ein deutliches Missverhältnis, wenn Zug bei 1.800 Einwohnern etwa 120 Asylbewerber zugeteilt würden. In diesem Zusammenhang wird nochmals darauf verwiesen, dass die Belastung Freibergs sowieso schon weit über den Proportionen im Landkreis liege. In einer nichtöffentlichen Sitzung lehnte mittlerweile der Ortschaftsrat von Zug einstimmig das Vorhaben ab. Es stelle einen erheblichen Eingriff in die intakte gesellschaftliche Struktur des Ortes dar.