Widerstand in der Gemeinde wächst

Flüchtlingskrise Das Gewerbegebiet wird für Zelte vorbereitet - 100 Asylbewerber zugewiesen

Zur Gemeinderatssitzung von Königshain-Wiederau kamen viele Einwohner. Das hatte seinen Grund. Seit wenigen Tagen kreisen Gerüchte über die Zuweisung von Flüchtlingen in der Gemeinde. Mehr als hundert Einwohner aus allen vier Ortsteilen kamen um ihre Ängste und Vorbehalte über die Zuweisung von 100 Asylsuchenden vorzutragen. Bürgermeister Johannes Voigt informierte über die Vorhaben des Landkreises. Demnach soll auf der Wiese im Gewerbegebiet zwei beheizte Zelte zur Unterbringung, für Verpflegung und den Aufenthalt der Menschen sowie ein Sanitärcontainer errichtet werden. Das DRK übernehme die Versorgung. Am Mittwoch rollten bereits Baumaschinen an um die Fläche zu begradigen. Am 14. beginnt der Aufbau, erläuterte Dieter Steinert, der Asylbeauftragte des Landratsamtes Mittelsachsen. Er versuchte die Situation zu erklären. "Wir bekommen wöchentlich Busse mit 200 Menschen, die wir unterbringen müssen. Ab Januar steigt die Zahl. Wir müssen Notquartiere errichten weil wir vermeiden wollen Turnhallen zu belegen". Das Gewerbegebiet in Wiederau sei voll erschlossen und biete sich daher als Standort an. In der Gemeinde war bisher bekannt, dass mit dreimal 16 Personen zu rechnen sei laut Zuweisungsschlüssel. "Wir haben nichts dagegen Familien in Wohnungen aufzunehmen, aber eine geballte Menge von 100 Personen lehnen wir ab für unsere kleine Gemeinde", erklärte eine Frau, die in unmittelbarer Nähe des Gewerbegebietes mit ihrer Familie wohne. Obwohl das Gelände eingefriedet werde und ein Wachschutz vorhanden sei, äußerten viele Bürger ihre Ängste um ihre Familien und Häuser. Gemeinderätin Helga Steinert appellierte: "Besser wäre es doch nach Möglichkeiten zu suchen um den Menschen zu helfen". Auch Bürgermeister Voigt erklärte, es liegen ihm Hilfsangebote von Einwohnern vor. Am Dienstag wird es dazu eine Einwohnerversammlung geben.