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Wie die Jungen von den Alten lernen

Erntefest Tradition kann nur durch ehrenamtliches Engagement fortgesetzt werden

Gahlenz. 

Gahlenz. Mit 650 Besuchern kamen am Sonntag so viele Menschen zum alljährlichen Erntefest, wie lange nicht. "Nur einmal wurde diese Zahl vor einigen Jahren übertroffen", meinte Torsten Lange sichtlich zufrieden. Er ist Vorsitzender des Heimatvereins, verkaufte die Eintrittskarten und ist damit ein kleines Beispiel ehrenamtlichen Engagements. Denn ohne die Mitstreiter aus den Reihen des Heimatvereins könnte Museumsleiterin Beate Mühl derartige Veranstaltungen nicht stemmen.

Mehr als 30 Akteure sorgten für nachdrückliche Erlebnisse bei den Gästen. Heinz Fischer aus Wolfsgrund beispielsweise hatte ein langes Fachgespräch mit Christine Halm-Gerstenberger. Sie ist gelernte Korbmacherin, arbeitet in ihren Werkstätten in Heidenau und Biensdorf bei Dresden. Die Grundlagen ihres Handwerks aber hatte sie bei Herbert Rülke vom Heimatverein Gahlenz gelernt, von dem sie sagt: "Er war ein toller Lehrer." Und deshalb kommt Christine Halm-Gerstenberger auch als junge Mutter nach zwei Jahren Pause wieder zum Erntefest, um ihre Handwerkskunst zu zeigen.

"Da habe ich was Neues erfahren."

Wie sie hat Udo Mühl ebenfalls viel von Herbert Rülke gelernt, führt unter anderem das Besenbinden fort. Die Besucher, ob alt ab Jung, sind begeistert, von dem, was sie sehen. "Da habe ich was Neues erfahren", hörte man in verschiedenen Varianten immer wieder. Etwa bei Ralf Börner, der die Wirkungsweise eines hydraulischen Widders erläuterte und bis vor kurzem noch als Endfünfziger quasi zur "Jugendbrigade" im Verein gehörte.

Was heißt, Nachwuchs wird dringen gesucht, sollen alte Arbeits- und Handwerkstechniken auch in Zukunft noch gezeigt werden können. Denn mittlerweile ist es so, dass jüngere Menschen teilweise nicht mal mehr wissen, wie noch vor wenigen Jahrzehnten mit der Hand gewaschen wurde. Gudrun Dörfelt zeigte es mit viel Humor bis hin zum Bleichen. Und wer nicht weiß, was das nun wieder ist, ist gern gesehen im Dorfmuseum.



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