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Sachsen

Wie entstand eigentlich die Mittweidaer Lederfabrik?

Geschichte Patricia Otto informierte in Mittweida über Entwicklung

Mittweida. 

Mittweida. Dem Aufhellen und Würdigen von Vergangenem haben sich unter anderem das Museum "Alte Pfarrhäuser" Mittweida und auch der Museums-Förderverein verschrieben. Um Details zur Entwicklung der von 1818 bis 1996 bestehenden Lederfabrik Meißner zu erfahren, hat Patricia Otto aus dem Vorstand des Museums-Fördervereines nicht nur zur Firmen-Historie recherchiert, sondern auch zur Meißnerschen Familien-Geschichte.

So entstand die Lederfabrik

Ergebnisse dieser aufwendigen Recherche präsentierte sie kürzlich in einem interessanten Vortrag im Museum "Alte Pfarrhäuser" einem aufmerksam lauschenden Publikum. Besonders eng ist die knapp 180 Jahre umfassende Geschichte der Lederfabrik mit der der Familie Meißner verbunden. So baute Christian Gottlob Meißner (1781 bis 1874) 1816 im Gebäude Markt 13 eine kleine Gerberei auf, die 1818 in die Weberstraße 38 umzog. Hier gründete er die Gerberei Meißner, unmittelbarer Vorläufer der Lederfabrik. 1827 steigt der Sohn Ernst (1810 bis 1941) ins väterliche Geschäft ein. Zu dessen 25. Geburtstag übergibt ihm der Vater die Geschäftsleitung.

1871 kauft Ernst die Rößgener Mühle an der Waldheimer Staße 42. Vater Ernst überlässt 1876 den Betrieb seinen drei Söhnen Karl, Ernst und Friedrich. Die Meißners verlassen Mittweida 1953 in Richtung Westen. Die Umbenennung von Ernst Meißner KG in VEB Lederfabrik Mittweida erfolgte im gleichen Jahr. In Spitzenzeiten zählt die Belegschaft 95 Beschäftigte. Anfang der 1990er Jahre müssen der Hauptbetrieb in Mittweida sowie die Außenstelle in Altmittweida mangels Aufträgen schließen.

2009 erfolgte der Abriss der Gebäude an der Waldheimer Straße. Im Anschluss an den Vortrag gab es noch Hinweise aus dem Publikum, dass beispielsweise ehemalige Standorte von Mittweidaer Industriebetrieben mit einer Informationstafel - ähnlich derer des Projektes "Zeichen der Zeit" - versehen werden, um einiges über die ehemaligen Firmenstandorte zu erfahren. Vorbildlich praktiziert das seit Jahren die Muldestadt Lunzenau.