Wie Kunststoffmüll zum Rohstoff werden kann

Wissenschaft TU Freiberg gelingt Technologiedurchbruch

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Campus der TU Bergakademie Freiberg. Foto: TU Freiberg/Detlev Müller

Freiberg. Gerade schwappt eine Müllwelle durchs ganze Land, respektive die Diskussion darüber. Ein gewichtiges Wort könnten dabei Wissenschaftler der TU Bergakademie Freiberg mitreden. Dass die Verschwendung von Kunststoff beendet werden muss, steht außer Frage. Mit Verzicht und Einschränkungen werden zwar Symptome behandelt, nicht aber die Ursachen. Das wird klar, wenn wir uns die Müllhalden in Asien oder auch in unseren Nachbarländern vor Augen führen, ganz zu schweigen von den vermüllten Seen und Ozeanen. Das Problem kann nichtallein mit Reglementierung gelöst werden. Es erfordert eine ganzheitliche Betrachtung. Der fehlende Schlüsselbaustein liegt in der Rückführung der nicht recycelbaren Abfälle in den Stoffkreislauf.

Innovative Vergasungstechnologie und Stoffumwandlung

Wie können wir neue Rohstoffe aus Abfällen herstellen? Die Antwort liefert das Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen (IEC) an der TU Bergakademie Freiberg. Mit einer innovativen Vergasungstechnologie ist es den Wissenschaftlern, Ingenieuren und Technikern aus verschiedenen Disziplinen gelungen, aus 100 Prozent Abfall Synthesegas zu erzeugen, welches als Basisrohstoff für die Produktion eines breiten Spektrums von chemischen Produkten genutzt werden kann.

Zudem gelang es, alle mineralischen und metallischen Verunreinigungen und Fremdstoffe aus den Abfällen in einen verglasten und sauberen Rückstand umzuwandeln. In diesem verglasten Granulat sind die Schadstoffe auf Dauer wasserneutral verkapselt, so dass das Material als mineralischer Rohstoff weiter genutzt werden kann. Und einen Beitrag zur Schonung metallischer Ressourcen gibt es gratis: Die Metalle aus dem Rückstand lassen sich mit Magneten und Wirbelstrom separieren und in den metallurgischen Kreislauf zurückführen.

Technologie soll bald vermarktet werden

Diesen Technologiedurchbruch für das Abfallrecycling hat der Direktor des IEC, Prof. Dr. Bernd Meyer, den Teilnehmern der International Freiberg Conference on IGCC & XtL Technologies - der international führenden Konferenz für Technologien zur Transformation zu einer Kohlenstoffkreislaufwirtschaft - am Montag in Berlin vorgestellt. Nun geht es darum, die bahnbrechende Technologie marktreif zu machen.