Wie sicher ist Sicherheit in Freiberg?

Politik Die Grünen im Gespräch über Sinn und Nutzen

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Ulrike Neuhaus, Valentin Lippmann und Johannes Brink (v.r.) diskutierten mit dem Publikum zur Sicherheitslage in Freiberg. Foto: W. Josch

Freiberg. Dass Freiberg in Sachsen die meisten "Gefährlichen Orte" ausgewiesen hat, war selbst der Grünen-Stadträtin Ulrike Neuhaus bislang unbekannt. 28 sind es insgesamt, Chemnitz folgt mit 27. "Damit ist Freiberg quasi Spitzenreiter im Freistaat", sagte Valentin Lippmann, innenpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Sächsischen Landtag, am vergangenen Montag bei einer Podiumsdiskussion im Freiberger Haus der Begegnung.

Kein Vergleich zu Chemnitz

"Doch muss man das relativieren, denn in Chemnitz sind meist ganze Straßenzüge als ein gefährlicher Ort deklariert." In Freiberg sind es allerdings einzelne Hausnummern, nur selten ganze Bereiche wie der Albertpark. Die Anwesenden Zuhörer reagierten darauf mit Unverständnis, manche waren schlicht sprachlos. Vor allem in der Bahnhofsvorstadt ist eine Häufung dieser Orte anzutreffen, wie aus den Antworten auf eine Anfrage Lippmanns hervorgeht.

"Ich habe das Gefühl, hier soll künstlich ein Kontrollbereich geschaffen werden", so Lippmann. Der müsse als solcher aber erst genehmigt werden. Ein weiteres Thema war der seit gut zwei Jahren installierte Stadtordnungsdienst. Dieser, so Ulrike Neuhaus, verfehle mittlerweile völlig seinen Sinn.

Unnötige Maßnahmen

"Die Mitarbeiter gehen durch die Stadt, kontrollieren die Leute und befragen Kinder nach ihrem Alter", sagte sie. Für so etwas seien die jährlichen Kosten einfach zu hoch. Sie gab der Meinung Ausdruck, dass der Dienst in Freiberg nicht gebraucht werde. Kritisch äußerte sie sich auch zur Installation von Videotechnik zur Überwachung am Parkhaus Tivoli und am Rathaus.

Fälle von Vandalismus gaben für diese Entscheidung der Stadt die Grundlage. Sie wolle nicht in dem Wissen durch die Stadt gehen, beobachtet zu werden, so Neuhaus. Man setze damit eine schleichende Entwicklung in Gang, die zu noch mehr Überwachung führe.