Wie wäre es mit Drechseln zum Entspannen?

Landfrauen Sachsenburger Drechselmeisterin gibt Kurse in Dresden

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Claudia Behnisch (l. hinten) erklärt den Landfrauen, wie sie mit Meisel und Schaber das eingespannte Holz in der Drechselbank bearbeiten können. Foto: Andrea Funke

Dresden/Frankenberg. Das Arbeiten mit Holz ist Claudia Behnisch wahrscheinlich in die Wiege gelegt worden. Sie arbeitet in der Werkstatt im Frankenberger Ortsteil Sachsenburg, die einst die Stellmacherei ihres Vaters Henri Behnisch war.

Holzarbeiten sind rückläufig

Gegründet wurde der Familienbetrieb vor 145 Jahren vom Urgroßvater Bruno Kuhn. Vor zehn Jahren wurde sie von einem Kursleiter aus Dresden gefragt, ob sie die Drechselkurse für Studenten übernehmen wolle. Seitdem sind die Teilnehmerzahlen stetig gestiegen. "Es kommen ständig Anfragen sobald sich eine Gruppe zusammen gefunden hat", berichtet die Drechselmeisterin, die auch noch eine Ausbildung zum Tischler absolvierte.

"Als ich 1990 meinen Meisterbrief erlangte, waren wir 30 Mann. Jetzt gehöre ich dem Meisterausschuss an und wir prüfen aller zwei, drei Jahre gerade Mal fünf Drechsel- und Holzspielzeugmeister", stellt Claudia Behnisch fest. Die Holzarbeiten in ihrer Werkstatt sind sehr rückläufig, aus gesundheitlichen Gründen baut sie kaum noch Fenster oder Türen ein.

Mit dem Shuttleservice nach Dresden

Ihr Hauptaugenmerk liegt auf der Restauration von alten Möbeln und den Drechselkursen. "Holz ist ein warmer Werkstoff, bei der Bearbeitung kann man gut vom Alltagsstress abschalten", sagt sie und das konnten auch erst kürzlich Teilnehmer aus Frankenberg und Umgebung bei einem Kursangebot über den Landfrauenverband Frankenberg feststellen. Mit einem Shuttleservice ging es nach Dresden in die kleine Werkstatt, wo sonst die Studenten aus Holz Schmuck, Schalen, Spielzeug und mehr fertigen.

Nach einer kurzen Einweisung flogen auch schon die Späne und Holzstaub wirbelte durch die Luft. Monika Schröder war begeistert: "Ich probiere erst einmal einen Kerzenständer. Ich wollte das Drechseln auch einmal ausprobieren, dass ich dabei von einer ehemaligen Schülerin angeleitet werde, hätte ich auch nicht gedacht. Ich freue mich über ihre Entwicklung". Joachim Oehme ist der einzige Mann im Kurs. Er hatte früher auch eine Drechselbank, aber seit 30 Jahren nichts mehr gemacht.

"Ich wollte ausprobieren, ob ich es noch kann. Meine Enkelin fängt gerade an mit Drechseln, da will ich ihr gern behilflich sein", berichtet der 74-Jährige, der einen Tannenbaum mit fachmännischem Blick dreht.