Wieder entdeckt: das Oederaner "Rauchschwein"

Ausstellung Volkskunstschule Oederan im Jubiläumsjahr mit Kunstwerken in Dresden

Kuratorin Angelika Johst (l.) war von dem jahrzehntealten "Rauchschwein" begeistert, rechts Sybille Glöß von der VKS Oederan. Foto: Ulli Schubert

Dresden/Oederan. In der sächsischen Landeshauptstadt wurde am vergangenen Donnerstag die erste Ausstellung im Jubiläumsjahr der Volkskunstschule Oederan eröffnet. In der Galerie Einhorn, die zur Kinder- und Jugendkunstschule Dresden gehört, werden ausschließlich Arbeiten von Kindern gezeigt, die im Laufe der fünf Jahrzehnte ihres Bestehens die Einrichtung besuchten. "Der Fokus liegt dabei auf neueren Werken. Es sind aber auch einige ältere Arbeiten dabei, die wir allerdings nicht exakt datieren können", so Sibylle Glöß, die für die Frühförderung an der Schule verantwortlich ist. Sie hatte die Malerei und Grafik, Holz- und Keramikarbeiten, Genähtes, Gedrucktes und Fotos ausgewählt, die bis zum 11. März in Dresden zu sehen sind.

"Die Ausstellung ist sehr übersichtlich und überlegt gestaltet. Man kann sich gut mit den einzelnen Exponaten auseinandersetzen", sagte Henrike Nüßler aus Grünhainichen, die einst selbst die Volkskunstschule besuchte und jetzt in Dresden studiert. Verantwortlich für die Gestaltung der Schau ist Kuratorin Angelika Johst von der Jugendkunstschule Dresden. "Die künstlerischen Arbeiten der Kinder sind unglaublich vielfältig. Besonders beeindruckt haben mich die Gemeinschaftsprojekte, aber beispielsweise auch eine Holzarbeit von Michael Klemm. Räuchermänner habe ich schon viele gesehen, aber noch nie ein Schwein, das raucht", meinte sie lachend. "Aber vor allem zeigt die Ausstellung, was für eine riesengroße, hervorragende Arbeit an der Volkskunstschule in Oederan geleistet wird."

Während zu DDR-Zeiten Gemeinschaftsprojekte in der Regel in der Volkskunstschule entstanden, gehen die Kursleiter heute nicht selten in Schulen und Kindergärten. Beispiele sind der in der Seeberschule Niederwiesa in Form von Filmrollen gestaltete Wandfries - die Schule ist ja nach den Pionieren der Foto- und Filmtechnik Clemens und Guido Seeber benannt - oder die Gestaltung von Schulhaus, einem Buswartehäuschen und dem Jugendhaus in Oederan. Aber auch Gestaltung eines 100 Quadratmeter großen Wandbilds an einem Turbinenhaus in Floßmühle übernahmen Kinder und Jugendliche der Volkskunstschule.