Wiederau ehrt Frauenrechtlerin Clara Zetkin

Gedenktafel Bewegte Frauengeschichte in Sachsen

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Susanne Köhler und Vereinschef Hans-Dieter Pötzsch bei der Enthüllung der Gedenktafel für Clara Zetkin vor dem Museum in Wiederau. Foto: Andrea Funke

Wiederau. Viele Besucher drängen sich im Museum "Alte Dorfschule" im Königshain-Wiederauer Ortsteil. Nicht nur weil am 5. Juli sich der Geburtstag von Clara Zetkin zum 160. Male jährt, auch wird die berühmteste und bekannteste Tochter Wiederaus mit einer Gedenktafel des Landesfrauenrates Sachsen geehrt.

Auf der schlichten Tafel ist neben einem Bild von Clara Zetkin ihr Lebensweg und ihre Verdienste aufgezeigt sowie das Projekt "frauenorte sachsen" vorgestellt. "Sachsen ist reich an bewegter Frauengeschichte.

Um diese sichtbar zu machen, würdigen wir mit diesem Projekt Frauenpersönlichkeiten, die außerordentliches Engagement zeigten und auf allen gesellschaftlichen Ebenen Sachsen mit prägten", erklärt Susanne Köhler, Vorsitzende des Landesfrauenrates Sachsen, der Träger des Projektes ist.

Seit letztem Jahr werden Frauen für ihr Engagement geehrt

Seit 2016 werden dabei Frauen geehrt, nicht nur solch bekannte wie die Frauenrechtlerin Zetkin, auch solche die durch ihr Engagement Vorbild sind. "Durch das Aufstellen der Gedenktafeln, die alle von der Gestaltung her gleich sind, wollen wir auch den Kulturtourismus ankurbeln. Bisher liegen mehr als 40 Vorschläge beim Landesfrauenrat vor, vier wurden bisher umgesetzt und vier weitere sollen in diesem Jahr noch aufgestellt werden", berichtet Susanne Köhler bei der Enthüllung.

"Wir haben uns für den Standort vor dem Museumseingang entschieden, das ist für jedermann zugänglich und so können auch Kirchgänger und Friedhofsbesucher einen Blick auf die Tafel werfen", sagt Bürgermeister Johannes Voigt (CDU).

Bürgermeister wünscht sich mehr Gäste aus der Heimat

Der Heimat und Natur Ortsverein veranstaltet zweimal jährlich eine Feier im Museum. Am 8. März, zum internationalen Frauentag, für den sich Clara Zetkin einsetzte und der 1911 zum ersten Mal stattfand sowie an ihrem Geburtstag, den 5. Juli.

"Leider", so stellte Voigt fest, "kommen jedes Jahr meist auswärtige Besucher um der Frauenrechtlerin zu gedenken und sie zu ehren, Gäste aus heimatlichen Gefilden sind eher spärlich." Umso höher schätzt er das unermüdliche Bemühen der Vereinsmitglieder einen würdevollen Gedenkort zu erhalten.

Clara Zetkin ehren und erinnern

Auch Jörn Wunderlich, Bundestagsabgeordneter "Die Linke" würdigte die Verdienste von Clara Zetkin, die in Wiederau 1857 geboren und bis zum 15. Lebensjahr hier lebte. "Sie wurde zu DDR-Zeiten hoch verehrt, in der BRD aber kaum erwähnt.

Es ist schön, dass der Landesfrauenrat sie ehrt und somit an die Sozialistin erinnert. Aber auch feststellt, dass Clara sich für Frauen- und Familienrechte einsetzte. Das sind auch heute noch aktuelle Themen", erklärt Wunderlich.