"Wir wollen penetrant unruhig bleiben"

Interview mit Bernd Jentsch, Initiative "Entschärfung des Burgberges"

Kriebstein. 

Seit etwa fünf Jahren kämpft eine Bürgerinitiative um die dringende Entschärfung des Kriebsteiner Burgberges, der zu den steilsten Straßen in Sachsen zählt. Doch eine Lösung ist noch immer nicht in Sicht. Dazu unterhielt sich BLICK mit Bernd Jentsch, Sprecher der Gruppe.

Warum fordern Sie eine Entschärfung des Burgberges?

Einer der Knackpunkte ist die fast 300-Grad-Kurve, die sich unterhalb der Burganlage befindet, über einen unterschiedlichen Straßenbelag verfügt und unerwartet sehr steil ansteigt, wobei der eigentliche Schwerpunkt unserer Kritik auf dem Kurvenstück oberhalb der Burg liegt, das sich gefährlich absenkt. Außerdem fehlt bislang ein vernünftiger Fußweg zwischen der Zschopaubrücke in Kriebstein und dem großen Besucherparkplatz vom Zweckverband Kriebsteintalsperre. Die Bürgerinitiative fordert eine Entschärfung der Straße und mehr Sicherheit für die Fußgänger, ohne dass das Landschaftsbild mit der Burg beeinträchtigt wird.

Inwieweit bekommt die Initiative Hilfe von den Behörden?

Wie Sie wissen, wurde im Oktober 2007 von der Landesregierung das Projekt Großbrücke zu den Akten gelegt und bereits ein Jahr später für die Kreisstraße eine Höchstförderung von insgesamt 90 Prozent zugesagt. Seit dieser Zeit kämpfen wir unter anderem mit Landtags- und Bundestagsabgeordneten sowie dem Kriebsteiner Bürgermeister um eine zügige Entschärfung des Burgberges. Zudem hatten Gespräche mit dem Landrat stattgefunden. Inzwischen auch mit dem Geschäftsführer der Karl Beteiligungsgesellschaft aus Innernzell, der unterhalb der Burg ein Grundstück besitzt, das er für eine Entschärfung des Burgberges teilweise verkaufen müsste. Nachdem er unsere Initiative anfangs noch ignorierte, wollen wir nun eine realistische Verhandlungsbasis finden. Vor allem, was dem von ihm geforderten Grundstückspreis betrifft.

Es gab bereits vier Verhandlungsgespräche mit dem Landrat. Was kam dabei heraus?

Es wurde vereinbart, dass wir über dieses Gespräch schweigen. Wir können aber sagen, dass der Landrat versprochen hat, mit allen Beteiligten intensiv an der Lösung des Problems zu arbeiten.

Wir wollen weiterhin kritisch, optimistisch und für manche vielleicht auch penetrant unruhig bleiben. Zunächst werden wir weitere Gespräche führen. Vor allem wegen dem Landverkauf für den Ausbau der unteren Kurve.