Wo sind die Seelitzer Schleiereulen?

Naturschutz Ute Lippmann und Marion Gringer suchen nach den gefährdeten Tieren

Seelitz . Ute Lippmann (l.) und Marion Gringer von der Naturschutzstation Weiditz sind beauftragt bestehende Brutstätten von Schleiereulen, die als stark gefährdet aufgelistet sind, aufzusuchen und zu inspirieren. In einem Ortsteil der Gemeinde Seelitz sind sie nun auf einem Scheunenboden fündig geworden. Knapp eine Stunde dauerte die Säuberung in luftiger Höhe von einer langen Leiter aus. "Das ist ganz schön anstrengend, manchmal ist der Brutkasten ziemlich verdreckt und wir brauchen spitzes Werkzeug um den Untergrund zu lockern. Diesmal wurden vier Plastesäcke voll und wir haben noch jede Menge Gewölle gefunden, das sind Hinterlassenschaften, sogenannte Speiballen mit teerartigem Überzug der Schleiereulen", berichtet Marion Gringer.

Sie sind bestens informiert

Seit ein paar Jahren brüten die Schleiereulen auf dem Hof, erst im Wohnhausdach und dann nach der Sanierung in der nahe stehenden Scheune, wo der Brutkasten wieder angebracht wurde. "Wir beobachten das geschäftige Treiben und freuen uns, wenn die jungen Schleiereulen dann aus dem Einflugloch schauen. Es sind meist zwischen vier und sechs Junge, auch öfters wird zwei Mal im Jahr gebrütet", berichtet die Frau, die ihren Namen nicht nennen möchte.

Marion Gringer und Ute Lippmann haben sich umfassend über die Schleiereulen informiert, seit die Naturschutzstation mit dem Projekt über die Erforschung des Bestandes der Schleiereulen vom Landratsamt beauftragt wurde. Circa 60 Brutstätten sind in der Region Rochlitz, Hainichen, Döbeln und Leisnig bekannt.

Jetzt geht es in eine Kirche

Als nächstes werden sich die beiden Frauen wieder mit ihrer Schutzausrüstung, Mundschutz, Stirnlampe und diversen Werkzeug auf den Weg nach Leisnig machen. "Drei Kirchen stehen auf unserem Plan. Wir müssen zuvor Termine vereinbaren um in die Gotteshäuser rein zu kommen. Vorhandene Brutstätten säubern und reparieren wir bei Bedarf oder bitten um Erlaubnis an geeigneten Stellen einen neuen Kasten anzubringen", erklärt Ute Lippmann, die immer wieder Anrufe bekommt, über mögliche Vorkommnisse. Sie müssen sich sputen mit den Besichtigungen, denn wenn im März die Brutzeit beginnt, sollen die Schleiereulen nicht mehr gestört werden.