Wo Stapelgeister zum Leben erweckt werden

Lebenshilfe Werkstätte liefern Gewerbe und Industrie beste Qualität

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Andrea Schulze bedruckt an einer der Maschinen in der Glück Auf-Werkstatt sogenannte Stapelgeister. Foto: Ulli Schubert

Langenau/Oederan. Im vergangenen Jahr konnte die Glück Auf-Werkstatt der Lebenshilfe in Langenau ihr 25-jähriges und die im Oederaner Gewerbegebiet ihr 15-jähriges Bestehen feiern. Im Laufe dieser Zeit wurden enge Beziehungen zu Betrieben der Region und darüber hinaus, ja sogar bis in Polen, Tschechien und Bulgarien geknüpft werden. "Wir sind ja von der Industrie abhängig, erhalten von den verschiedensten Betrieben unsere Aufträge", erklärt Werkstattleiter René Judefeind.

Er berichtet von einem Unternehmen, das im vergangenen Jahr seine Produktion nach Holland verlagerte, wodurch auch Arbeitsplätze für behinderte Menschen bei der Lebenshilfe Freiberg vakant wurden. Zum Glück fand sich ganz schnell Ersatz durch andere Auftraggeber.

15 Jahre Lebenshilfe

Tätig sind die körperlich oder geistig behinderten Mitarbeiter unter Anleitung erfahrener, sozial-pädagogisch und fachspezifisch ausgebildeter Betreuer entsprechend ihrer Fähigkeiten in der Holz- und Metallbearbeitung genauso wie in der Keramikwerkstatt in Langenau oder im dortigen Weißbereich, der das Verpacken von medizinischen Artikeln wie beispielsweise Sekretbeutel umfasst.

Viele Auträge im Tampondruck

In der Druckerei werden viele Aufträge im Tampondruck realisiert. Das ist ein indirektes Tiefdruckverfahren, bei dem die Druckfarbe durch einen elastischen Tampon aus Silikonkautschuk von der Druckform auf das zu bedruckenden Teil übertragen wird. Und so sorgen beispielsweise Andrea Schulze und Heiko Albrecht an ihren Maschinen dafür, dass die Stapelgeister (ein Lernspiel für Kinder) ihr lustiges Aussehen erhalten.

"Wir bedienen in vielen Bereichen Nischen, realisieren keine riesigen Aufträge. Aber ohne uns könnten unsere Partner ihre Produkte auch nicht auf den Markt bringen. Und wir liefern in jedem Fall die geforderte Qualität, denn wir verfügen über die entsprechende Zertifizierung", so René Judefeind.

Ein Betrieb wie jeder andere sind die beiden Werkstätten dennoch nicht. Denn natürlich müssen stets die Behinderungen der Mitarbeiter berücksichtigt werden. Diese nutzen übrigens auch sehr gern die Angebote der Lebenshilfe, die über die eigentliche Arbeit hinaus gehen, wie zum Beispiel Klubnachmittage oder gemeinsame betreute Urlaubsreisen.