Wohnungen stehen bereit

Bürgerforum Interesse in Oederan so groß, dass Wiederholung nötig war

Oederan . Gleich zweimal musste am Montagabend das Bürgerforum zur Asylproblematik stattfinden. Weil der Bürgersaal die große Zahl der Interessen nicht zu fassen vermochte, wiederholte Bürgermeister Steffen Schneider die Veranstaltung, die von Pfarrer Benjamin Roßner moderiert wurde. Für Menschen, die sich intensiv mit dem Thema befassen, brachte der Abend nicht grundlegend Neues. Die Stadt Oederan wird für 147 Asylbewerber, deren Eintreffen bis März 2016 in drei Etappen avisiert ist, zehn Wohnungen im Stadtgebiet und im Ortsteil Gahlenz bereitstellen. Wir würden auch noch weitere 150 Menschen unterbringen, wenn es mehr würden, müssten wir über die Einrichtung von Gemeinschaftsunterkünften in Großobjekten Nachdenken, so der Bürgermeister auf eine entsprechende Frage.

Eine Verschlechterung der Sicherheitslage sieht er mit dem Eintreffen der Asylbewerber nicht. Schon jetzt leben in Oederan Menschen mit 21 verschiedenen Staatsbürgerschaften, von amerikanisch bis vietnamesisch. Im ersten Bürgerforum wurden relativ wenig konkrete Fragen gestellt, dagegen gab es zahlreiche Statements, darunter auch krude Meinungsäußerungen mit antisemitischer Tendenz und der Behauptung, die Asylbewerber wollten Sachsen okkupieren, für die es viel Beifall gab.

Auf der anderen Seite hat sich mittlerweile nicht nur einer Arbeitsgruppe Asyl gegründet, am Freitag hatten die Kirchgemeinden Oederan, Frankenstein und Kirchbach zum "Gebet für unsere Stadt" eingeladen, bei dem für ein gutes Miteinander gebetet wurde. Im Anschluss daran wurden knapp 50 Personen bei einem Gesprächsabend begrüßt. "Die Kirchgemeinden wollen sich der Aufgabe stellen, Asylsuchende bei uns willkommen zu heißen und zu unterstützen", so Pfarrerin Cornelia Roßner. Dazu wurden bei dem Treffen erste Ideen gesammelt.