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Zeit zum Abschied von einem engagierten Team

Interview mit Dr. Thomas Lindner, scheidender Geschäftsführer GIZEF

Freiberg. 

Am Freitag verabschiedete sich Dr. Thomas Lindner (65) von seinen Wegbegleitern in Politik und Wirtschaft. Lindner studierte und promovierte an der TU Bergakademie Freiberg, war mehr als 20 Jahre Direktor des Porzellanwerkes Freiberg und arbeitete seit 1993 im GIZEF. Ulli Schubert sprach mit ihm.

Herr Lindner, Sie werden am 31. August zum letzten Mal an Ihrem Schreibtisch im Zentrum für Innovation und Unternehmertum (Gizef) sitzen. Was bewegt Sie bei diesem Gedanken?

Einerseits bin ich froh, die Verantwortung nun in andere Hände geben zu können und Zeit für Familie, Enkel und Hobbys zu haben. Andererseits fällt es schwer, die zahlreichen vertrauensvollen Kontakte und Ideen mit den Unternehmen nicht mehr fortführen zu können. Besonderes der Abschied von meinem engagierten Team ist nicht einfach. Natürlich werde ich helfen, wenn es gewünscht wird.

Wie fällt Ihre Bilanz nach mehr als 22 Jahren aus?

Insgesamt durchaus positiv. Seit 1991 konnten rund 260 Firmen mit mehr als 850 Mitarbeitern an drei Standorten vom GIZEF in unterschiedlicher Form unterstützt werden. Davon haben sich 210 Firmen mit fast 600 Mitarbeitern in der Region niedergelassen. Zu jenen, die einst im GIZEF gestartet sind, gehören unter anderem die Firmen ACTech, Freiberg Instruments, Direktform, Apromace und Flowmont. Aber auch noch im GIZEF ansässige Firmen wie Beak, Gemontan, UVR-FIA gilt ein besonderer Dank und Respekt für ihr unternehmerisches Engagement. Dabei hat sich das GIZEF selbst auch den veränderten Bedingungen inhaltlich, organisatorisch und finanziell anpassen müssen. Nach dem allgemeinen Gründungsboom der 1990er Jahre galt es insbesondere dem Thema der Innovationsverwertung auf Basis der regionalen Technologie- und Unternehmenskompetenz größere Bedeutung beizumessen. Mit der Etablierung des Technologiezentrums für Halbleitermaterialien und des Helmholtzinstituts für Ressourcentechnologie im GIZEF konnte die entsprechende Infrastruktur bereitgestellt werden. Begleitet wurde dieses durch zahlreiche Aktivitäten der Gesellschaft wie zum Beispiel Innovations- und Kooperationsforen, Außenwirtschaftskontakte und Projekte der Regionalentwicklung sowie die Mitarbeit in verschiedenen Netzwerken.

Erschwerend wirkte sich aus, dass seit 2008 eine Förderung der Technologiezentren für unternehmensnahe Aktivitäten eingestellt wurde.

Es kann aber nicht immer alles glatt gelaufen sein?

Ganz sicher nicht. Leider ist es noch nicht so gelungen, die vorhandenen Innovationspotenziale aus Wirtschaft, Forschung und Entwicklung und Wissenschaft, stärker auf die wirtschaftliche Verwertung zu lenken, um damit langfristig stabile Arbeitsplätze zu sichern und entwickeln zu können. Aus unserer Sicht ist hier eine klare Strategie des Freistaates einschließlich der Rahmenbedingungen gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung des Landkreises erforderlich.



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