Zinnfigurensammlung bald im Kino

Hobby Uhrmachermeister gestaltet bekannte Zinnfiguren farbig

zinnfigurensammlung-bald-im-kino
Heinz Sonntag bemalt die Zinnfiguren mit Fingerspitzengefühl und Akribie. Foto: Andrea Funke

Penig. Die Zinnfiguren von Heinz Reh sind in Penig bestens bekannt. Der Zinngießer und Maler lebte von 1920 bis 1999 und schuf in dieser Zeit mehr als 12.000 Zinnfiguren, die auch heute noch weit über die Stadtgrenzen hinaus gehandelt werden.

Demnächst sollen zumindest Bilder von zirka 50 Figuren in "Karstas kleinem Kino" gezeigt werden. "Bei einem Besuch von Uhrmachermeister Heinz Sonntag sah ich in der Vitrine einige dieser Kunstwerke stehen. Ich dachte mir, dass muss ich mal in einer Ausstellung zeigen, ist ja schließlich ein Peniger Künstler gewesen", erklärt Kino-Inhaberin Karsta Hönicke. Allerdings rückt Heinz Sonntag die Figuren, die er allesamt selbst akribisch angemalt hat, nicht heraus.

Er bemalte die Figuren besser als Heinz Reh

Deshalb fotografierte Hobbyfotograf Rene Rose alle ab und wird diese vergrößerten Darstellungen im Kino präsentieren. Heinz Sonntag begeisterte sich vor vielen Jahren für die Zinnfiguren und erwarb nach und nach ein größeres Sammelsurium. "Ich malte hobbymäßig und kaufte deshalb die Figuren roh und bemalte sie zu Hause. Als ich sie einmal Heinz Reh fertig zeigte, staunte der nicht schlecht und meinte, ich mache es besser als er selbst", erinnert sich der 90-jährige Senior.

Heinz Sonntag führt seit fast 40 Jahren seine Uhrmacherwerkstatt

In Vitrinen stehen beispielsweise eine Bergmannskapelle, ein Hochzeitszug, eine Sammlung von Schwejkfiguren, der Hauptmann von Köpenick und Heinz Reh selbst als Mann mit Hut und Brille. Er entwarf die Zinnfiguren alle selbst und gravierte sie in Schiefer. "Ich habe meist mit Lupe gearbeitet um jedes winzige Detail zu erkennen. Besonders gefällt mir der Peniger Topf", berichtet Heinz Sonntag, der noch immer rüstig ist und sich seit längerem um seine kranke Frau kümmert. Mit ihr zusammen führte er fast 40 Jahre seine Uhrmacherwerkstatt. Bereits sein Großvater und Vater waren Uhrmacher. Und obwohl er lieber Schriftsteller geworden wäre, sagt er rückblickend, dass es nichts Besseres als Uhrmacher gibt.

Alle Figuren tragen einen Namen

Bei der Malerei entspannt er sich zudem. Von Heinz Reh, mit dem er in engen Kontakt stand, erfuhr er den Trick für die Bemalung, denn normale Farben verliefen ineinander. Übrigens hat jede der zirka 12.000 Zinnfiguren einen eigenen Namen. Im Peniger Rathaus sind ebenfalls Reh-Zinnfiguren ausgestellt.