Zurück zu den Ursprüngen

Ausstellung Designer wird im Dorfmuseum Gahlenz gewürdigt

Gahlenz. 

Die diesjährige Weihnachtsausstellung im Dorfmuseum führt zurück in die Anfänge der Firma Paul Sternkopf und Co., wobei sich das Hauptaugenmerk auf das Co. konzentriert. Denn dahinter verbirgt sich ein weiterer Name, der von Hermann Dietrich. Dietrich, geboren 1895, hatte an der Königlich-Sächsischen-Kunstgewerbeschule in Dresden studiert und war von 1922 bis 1926 als Gestalter in der Spielwarenfabrik "Richter & Schmidt" in Hammerleubsdorf tätig. 1927 heiratete er Clara Charlotte Sternkopf, die Tochter von Robert Paul Hermann Sternkopf senior. Dieser kaufte 1928 die in Konkurs gegangene Firma Kunstanstalt für Innendekoration GmbH in Gahlenz und verpachtete sie 1930 an seinen Sohn Paul und an Schwiegersohn Hermann Dietrich. Am 30. Januar 1931 schließlich wurde die Firma Paul Sternkopf & Co. - Die Werkstätten für feine Holzarbeiten, kunstgewerbliche Figuren aller Art - nur Eigenmodelle" gegründet, an der Hermann Dietrich 50 Prozent der Gesellschafteranteile besaß. All diese Fakten und noch viele mehr aus dem Leben von Hermann Dietrich hat Sabine Eichhorn zusammengetragen. "Gisela Dietrich, die Schwiegertochter von Hermann Dietrich, der bereits am 12. Februar 1952 verstarb, hat mich dabei sehr unterstützt. Ich durfte in dessen Nachlass schauen, den sie in mehreren Koffern aufbewahrt. Frau Dietrich hat uns auch fast alle Exponate für die Ausstellung zur Verfügung gestellt", so die Initiatorin der kleinen Schau. Hermann Dietrich war der kreative Part in der Geschäftsführung der Firma. "Die Produkte aus jenen Jahren wurden ausschließlich von Hermann Dietrich entworfen", so Eichhorn. Zahlreiche Skizzen künden davon. Zu den bekanntesten Figuren gehören die Kuttenräuchermänner, von denen es später etwa 30 Varianten gab, und für die die Gahlenzer Firma Erzgebirgische Holzkunst 2011 den Preis "Tradition und Form" für Traditionspflege erhielt. Denn noch immer werden diese von Dietrich entworfenen Männel produziert. Einige dieser Räuchermänner sind neben anderen Exponaten, die teilweise noch nie gezeigt wurden, in der Ausstellung zu sehen. Eröffnet wird die Schau am 2. Dezember, 16 Uhr.