ZWA droht mit Konsequenzen

Abwasserentsorgung Frist zur Umrüstung der Kleinkläranlagen läuft ab

Die Frist für die Umrüstung der Kleinkläranlagen läuft am Ende des Jahres aus. Das bereitet Ulrich Pötzsch, Technischer Leiter beim Zweckverband Kommunale Wasserver- und Abwasserentsorgung Mittleres Erzgebirgsvorland (ZWA) Sorgen, denn im Landkreis Mittelsachsen gibt es noch immer zirka 4150 Anlagen, die nicht dem geforderten Stand der Technik entsprechen. "Bei den Säumigen unterscheiden wir drei Gruppen, die Härtefälle, Unverschuldete und Unwillige. Letztere machen rund 50 Prozent aus", stellt Pötzsch fest. Aus vielen Briefen, die an den ZWA gerichtet sind, geht hervor: "Was kümmern mich die Gesetze" oder "Ich sehe die Umrüstung nicht ein, die Gewässer sind doch sauber" oder aber auch "Es wird doch alles den Asylbewerbern reingesteckt, da kann ich doch auch mehr für die Umstellung verlangen". Mittlerweile ist der ZWA damit beschäftigt alle Säumigen persönlich anzuschreiben und fordert eine Stellungnahme. Ab 2016 müssen die Jenigen mit finanziellen Konsequenzen rechnen, bei denen kein ausreichender Grund vorliegt. "Wir müssen Gerechtigkeit herstellen, sonst sind die benachteiligt, die sich an die Frist gehalten haben". Fördermittel soll es voraussichtlich noch 2016 geben, aber nur für die, die bisher begründet oder unverschuldet noch nicht ihre Anlage umrüsten konnten. Umweltminister Thomas Schmidt gab bei der Landeskonferenz zur Abwasserbeseitigung in Dresden bekannt: "Wir wissen, dass bis zum Ende des Jahres nicht für alle Abwasseranlagen der Stand der Technik erreicht wird. Eine Verlängerung der Frist wird es aber nicht geben." Der Freistaat hat die notwendigen Investitionen von sieben Milliarden Euro mit mehr als vier Milliarden Euro unterstützt. Der Bau und die Umrüstung von mehr als 50.000 Kleinkläranlagen wurde zum Beispiel mit 89 Millionen Euro aus Mitteln des Freistaates Sachsen gefördert.