Zwei-Jahreskalender von Mittweida

Förderverein Erlös dient der Restaurierung eines Porträts aus dem Museum

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Der Vorstand des Fördervereins präsentiert seinen Kalender für 2019/2020. Foto: Andrea Funke

Mittweida. Der Förderverein "Museum Alte Pfarrhäuser" hat sich an die Gestaltung eines großen Kalenders gewagt. "Wir möchten aus den Einnahmen die Restaurierung des Gemäldes Portrait Johanna Dorothea Naumann von 1770 aus unserem Museumsfundus finanzieren", erklärt Vorstandsmitglied Patricia Otto, die die Idee dafür hatte. Gemeinsam mit Sohn Dominik suchte sie die Orte auf, wovon Postkarten im Museum vorlagen. Somit erfolgt auf 12 Kalenderblättern die Gegenüberstellung von damals und heute. Der Kalender kann zwei Jahre verwendet werden. Der Verkauf von 500 Stück hat begonnen. Erhältlich sind die Kalender im Bürgerbüro, im Museum und im T9. Inzwischen bearbeitet die Restauratorin Grit Stamm-Lange das Bild. Danach wird es einen besonderen Platz im Haus der Kirchstraße 16 erhalten.

Fertigstellung bis 2020

Dieses Gebäude wird zurzeit saniert und wird nach Fertigstellung als Museum genutzt. "Es ist ein Glücksfall, dass es vor dem Abriss gerettet wurde", berichtet Museumsleiterin Sibylle Karsch. Bis 1993 war es noch bewohnt, danach stand es leer und verfiel immer mehr. Bauforscher und Denkmalpfleger Dr. Wolfgang Schwabenicky untersuchte das Gebäude und entdeckte unter anderen eine historische Bohlenstube. Dies bestätigte den Historiker, dass es sich um das ehemalige Erbgericht handelt müsste, nach dem er schon lange gesucht hatte. Das Haus ist seit dem 14. Jahrhundert erwähnt. Die Bohlenstube stammt aus dem 17. Jahrhundert. Besitzer des Hauses war ab 1766 Philipp Joseph Naumann, der Ehemann von der Porträtierten. Er selbst war Hofjäger und Oberförster, später Stadtrichter und Bürgermeister von Mittweida. Der Förderverein sieht der geplanten Fertigstellung der neuen Museumsräume 2020 freudig entgegen.

Bisher wurde eine nachhaltige Sicherung ausgeführt, das Dach erneuert und das Gebäude entkernt. Es werden Sonderausstellungsräume, ein Raum für Museumspädagogik und zur Hausgeschichte, ein Vortragsraum und die historische Bohlenstube geplant. Auch die Wiederherstellung des einstigen barocken Gartens ist angedacht. Das Museum besteht an vier Orten. Neben dem Alten Pfarrhaus, kam 2005 das Schilling-Haus hinzu, 2011 die Erich Lost Ausstellung und das historische Schulzimmer im Depotgebäude.