Zwei Schulen teilen sich eine Leiterin

Bildung Es fehlen Lehrer und Schulleiter in Sachsen

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Foto: BraunS/Getty Images

Frankenberg. Am Montag hat für die Mädchen und Jungen der Unterricht nach selten heißen und sonnigen Sommerferien begonnen. Vor allem für die Schulanfänger dürfte das ein besonderer Tag gewesen sein. Allein in Frankenberg zogen 118 Erstklässler in die Schulräume der beiden Grundschulen im Bildungszentrum ein.

Neu ist auch die Leiterin der Astrid-Lindgren-Grundschule. Gaby Kuhn ist 55 Jahre alt und wohnt in Hartmannsdorf. Das besondere ist, sie fungiert als amtierende Schulleiterin in Frankenberg und leitet zudem noch die Grundschule in Mohsdorf. Geschuldet ist diese ungewöhnliche, aber nicht einzigartige Situation - allein in Mittelsachsen gibt es dafür mehrere Beispiele - der Lage im Bildungswesen des Freistaates.

Nur 870 der 1100 ausgeschriebenen Stellen besetzt

Denn neben Schulleitern fehlen vor allem auch weiterhin Lehrerinnen und Lehrer. Mit Stand vom 7. August waren erst 870 der 1100 in Sachsen ausgeschriebenen Stellen besetzt. Hinzu kommen 329 Seiteneinsteiger, die seit Mai eine dreimonatige Einstiegsqualifizierung absolviert haben. Diese Seiteneinsteiger sind mit Beginn des neuen Schuljahres tätig.

"Das Gesamtergebnis kann uns nicht zufriedenstellen, war allerdings angesichts der Bewerberlage zu erwarten", kommentierte Kultusminister Christian Piwarz die Zahlen. Erst in den nächsten Jahren werde aufgrund des Lehrerpakets, welches im nächsten Jahr in Kraft treten wird, eine Verbesserung eintreten.

Zu Beginn des Schuljahrs 2018/2019 sind zudem neue Schulordnungen an den Bildungseinrichtungen in Kraft. So soll die individuelle Förderung gestärkt und flexibler werden. Für jedes Kind sollen der Entwicklungsstand ermittelt und daraus pädagogische Maßnahmen abgeleitet werden.